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Freundlich begrüßt: Reinhold Babor am Mittwoch beim CSU-Dreikönigstreffen in München.

Nach Weihnachtsrede im Stadtrat

In internem Brief: Babor tritt gegen Schmid nach

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München - Der Chef der Senioren-Union, CSU-Stadtrat Reinhold Babor, hatte während seiner Weihnachtsrede gesagt, die Obergrenze für Flüchtlinge sei erreicht. Davon distanzierte sich Bürgermeister Josef Schmid und übte Kritik an Babor. Dieser keilt nun intern gegen Schmid.  

„Nach meinem Dafürhalten“, sagte CSU-Stadtrat Reinhold Babor in seiner Weihnachtsrede, sei bei den Flüchtlingen „für München die Obergrenze erreicht, organisatorisch und finanziell“. Daraufhin verließen viele Stadträte empört den Saal – auch solche der CSU. Die distanzierte sich Minuten später per Mitteilung. Babor habe intern erklärt, er bereue die Äußerungen. Debatte beendet, sollte das heißen. Doch in der CSU rumort es wohl immer noch. Darauf deutet zumindest eine E-Mail Babors hin, die unserer Zeitung vorliegt.

Lesen Sie hier: Flüchtlings-Obergrenze - CSU-Mann sorgt für Ärger

Babor greift in seinem Schreiben an den Vorstand der Senioren-Union München CSU-Bürgermeister Josef Schmid an, was ein sehr unüblicher Vorgang ist. Schmid gilt in der CSU als Zugpferd, der mit seinem liberalen Kurs den Weg zurück an die Rathaus-Macht geebnet hat. Kritik an ihm dringt fast nie nach außen.

Aussagen Schmids in einem Interview mit unserer Zeitung würden ihn bedrücken, schreibt Babor. Schmid hatte erklärt, die Rede Babors sei eine „Entgleisung“ gewesen, die „mit der CSU nichts zu tun“ gehabt habe. Babor widerspricht: „Ich bekomme aber viel Zustimmung, vor allem von CSU-Mitgliedern. Es ist keine Einzelmeinung, die ich vertrete.“ Babors Fazit: „Warum der Bürgermeister Josef Schmid in meiner Rede eine Entgleisung sieht, ist mir nicht klar.“ Babor verweist darauf, dass er mit dem besten Ergebnis zu einem der vier Stellvertreter des Senioren-Union-Landeschefs gewählt worden sei. Außerdem sei er ja Bezirksvorsitzender der Senioren-Union München und seit 20 Jahren Ortsvorsitzender der CSU in Harlaching.

Babor kritisiert auch, dass er im Dezember in der Presse – auch in dieser Zeitung – als Verursacher eines „Eklats“ bezeichnet wurde. SPD und Grüne hätten schließlich „die Meinungsfreiheit“ missachtet, indem sie den Saal verließen.

Bürgermeister Schmid hatte nach der Rede vor allem kritisiert, dass Babor die Weihnachtsrede für inhaltliche Aussagen genutzt habe. Diese Rede des ältesten Stadtrats sei dafür da, zum Jahresabschluss verbindendes zu sagen, erklärte Schmid. Die CSU hatte umgehend mitgeteilt, Babor werde diese Rede künftig nicht mehr halten. Sollte man bei den Christsozialen gehofft haben, dass der Senior sich seine Meinungen insgesamt verkneift, lag man ganz offensichtlich falsch.

Lesen Sie hier: Seppi Schmid über Flüchtlinge - "Das Boot ist nicht voll"

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