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Bahn einigt sich mit dem Bayerischen Hof

München - Die Chefin des Luxushotels Bayerischer Hof, Innegrit Volkhardt, fürchtet Lärm und Dreck, falls die zweite Stammstrecke kommen sollte. Vor dem Verwaltungsgerichtshof nähern sich die Parteien aber an:

Noch ist nicht klar, ob der geplante zweite Tunnel der S-Bahn-Stammstrecke zu finanzieren ist, dennoch beschäftigt der Bau der rund zwei Milliarden Euro teuren Röhre bereits jetzt die Gerichte. Nachdem ein Dutzend Anlieger des Marienhofs wegen der Beeinträchtigung durch Lärm und Staub gegen den Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamts (EBA) geklagt hatte, war gestern das Nobelhotel Bayerischer Hof dran. Dessen Forderungen zum Schutz vor Baustellenverkehr am Promenadeplatz will die Bahn weitgehend entgegenkommen.

Der Fall des Hotels unterscheidet sich von dem der Anrainer des Marienhofs, weil die Luxusherberge etwas abseits der geplanten Großbaustelle am Marienhof liegt. Dort soll in 40 Metern Tiefe eine neue S-Bahn-Station gebaut werden. Die Belastungen für die Anlieger dürften groß sein. Bis zu 200 Lkw werden den Aushub über die Residenzstraße und den Max-Joseph-Platz abtransportieren. Einige Fahrten sollen auch über Maffeistraße und Promenadeplatz geschehen. Die Bahn spricht von durchschnittlich sechs Fahrzeugen pro Tag während einer rund viermonatigen Phase, wenn die Grube ausgehoben wird und zum Beispiel große Schlitzwände antransportiert werden müssen, für die die andere Zufahrt zu eng ist. Darüber hinaus sollen die Lkw dann über den Promenadeplatz fahren, wenn die andere Anfahrt blockiert ist.

Innegrit Volkhardt, der Chefin des Bayerischen Hofs, waren die Zusagen des EBA im Planfeststellungsbeschluss für den mittleren Tunnelabschnitt nicht konkret genug. Gestern wurde deshalb vor dem Verwaltungsgerichtshof verhandelt. Bahn und EBA konkretisierten dabei ihre Zusagen, dass es einen Lkw-Halt am Promenadeplatz nicht geben werde, indes Haltemöglichkeiten für Reisebusse und Pkw erhalten blieben. Auf nächtlichen Lkw-Verkehr soll weitgehend verzichtet werden. Zudem sagte die Bahn zu, größere Transporte mit dem Bayerischen Hof abzustimmen.

Mit der Forderung nach mehr Lärmschutz kam das Hotel indes nicht weit voran. Bahn und EBA machten deutlich, dass geltende Richtwerte weitgehend eingehalten würden. Sogenannte Eingreifwerte würden nie überschritten. Dennoch soll zu einem späteren Zeitpunkt nochmals ein Lärmgutachten erstellt werden. Neue Schallschutzfenster bekommt das Hotel wegen der Baustelle nun erstmal nicht finanziert. Chefin Volkhardt sagte dennoch, sie sei zufrieden mit der Einigung. Wenn sich die Bahn an die vereinbarten Vorgaben halte, dürfte der Bau keine Auswirkungen auf das Hotel haben.

Eine Entscheidung im Streit zwischen den Anliegern des Marienhofs und dem Eisenbahn-Bundesamt steht unterdessen noch aus. Der Verwaltungsgerichtshof will bis Mitte Februar ein Urteil fällen.

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