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Bahnsteigtüren gibt es schon in einigen europäischen Städten, etwa in Paris bei der Metro. In München sind sie immer wieder im Gespräch.

Sicherheit am Bahnsteig

Bahnsteigtüren und WLAN? Nun spricht die MVG über die Pläne

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In vielen europäischen Städten sind Bahnsteigtüren bereits Usus. Nun geht man auch in München das Thema offensiv an - aber es gibt einen Haken. 

München - Beim Stehempfang der Stadt anlässlich des Gründungsfestes hat das Thema Gleisbettüberwachung Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) eingeholt. Denn dort traf der Rathauschef auf den ehemaligen Stadtrat Georg Kronawitter (CSU). Der, das muss man wissen, gilt gewissermaßen als geistiger Vater und Antreiber beim Thema elektronische Gleisbettüberwachung. Daran hat offenbar auch der Stadtrats-Ruhestand nichts geändert. „Ich habe das Thema gestern erst ausführlich erörtert. Mit Herrn Kronawitter“, sagte Reiter augenzwinkernd eingangs der Sitzung des Ausschusses für Arbeit und Wirtschaft. Aber es schade ja nichts, erneut darüber zu sprechen.

Wie berichtet hat die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) in Kooperation mit der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) bei der Regierung von Oberbayern verschiedene Systeme für eine Gleisbettüberwachung getestet: einen Laserscanner, Radarsensoren und ein Modell mit Echtzeit-Videobildanalyse. Ziel aller drei Detektoren ist eine Überwachung des Gleisbetts in U-Bahnhöfen. Die Systeme sollen das Eindringen von Personen oder Gegenständen erkennen und eine Zugbremsung veranlassen. Die einjährige Testphase beschränkte sich auf zwei Bahnhöfe, den am Rotkreuzplatz und die oberirdische Haltestelle Studentenstadt. An dieser sollten vor allem die Witterungseinflüsse untersucht werden.

Die bisher geprüften Alternativen sind allesamt nicht praktikabel

Die Ergebnisse sind ernüchternd. Alle drei Systeme sind wenig praktikabel. Einzig den Radarsensoren wird eine vergleichsweise gute Detektionssicherheit sowie eine geringe Fehlauslösung bescheinigt. Allerdings zeige sich im Winter eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Schneefall. Nun hätte die MVG zumindest die unterirdischen Bahnhöfe mit den Radarmessgeräten ausstatten können. „Wir haben nur eine Handvoll oberirdische Haltestellen“, sagte Stadtrat Tobias Ruff (ÖDP). „Und die sind zu den Stoßzeiten auch wenig frequentiert.“ Doch den Einbau lehnt die TAB ab. Unter anderem, da die Detektoren im Sicherheitsraum der Gleise eingebaut werden müssten. Dieser jedoch hat in München ohnehin nur die vorgeschriebene Mindesttiefe.

CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl: „Ich bin unzufrieden, und es ist nicht verständlich, warum in München keine Lösung greifen kann, die bereits in anderen vergleichbaren Städten funktioniert.“ Pretzl spielt dabei auf Nürnberg an. In Franken kommen die Radarsensoren an U-Bahn-Gleisen zum Einsatz. Allerdings nur auf einer Linie, die zudem neu gebaut wurde, wie der Leiter der U-Bahn-Sparte bei der MVG, Michael Vogel, im Ausschuss erklärte. „Diese Linie wurde auf der Grünen Wiese und aus einem Guss geplant.“ In München spreche man vom Einsatz in Bestandsbauten. Und selbst bei einem Neubau, wie der geplanten U9 durch die Innenstadt, soll auf die Radarmesser verzichtet werden, da die MVG ein einheitliches Sicherheitssystem wünscht.

Schmid: „Langfristig werden wir daran nicht vorbeikommen“

Daher könnten Bahnsteigtüren zum Zug kommen. „Diese Möglichkeit halten wir uns bei den Planungen für die U9 offen.“ Die Nachfrage von Reiter und Manuela Ohlhausen (CSU), ob an einen Einbau solcher Türen bereits beim Umbau des Bahnhofes Sendlinger Tor gedacht werde, verneinte Vogel zwar. Allerdings sei es auch möglich, die Türen nachträglich einzubauen, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.

Katrin Habenschaden, Fraktionsvize der Grünen, hätte sich derweil mehr valide Zahlen und Vergleiche gewünscht, „um das Thema besser greifen zu können“. Nun soll eine Machbarkeitsstudie grundsätzlich die Praktikabilität der Bahnsteigtüren untersuchen. „Langfristig werden wir daran nicht vorbeikommen“, sagte Wirtschaftsreferent Josef Schmid (CSU).

WLAN in den Sperrengeschossen und an den Bahnsteigen

Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und Stadtwerke München (SWM) sollen derweil dem Stadtrat möglichst bald Standorte in U-Bahnhöfen aufzeigen, die für so genannte WLAN-Hotspots geeignet sind. Und zwar nicht nur in den Sperrengeschossen sondern möglichst auch in den Bahnsteig-Bereichen. Dies hat der Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft am Dienstag mehrheitlich entschieden. Die MVG hatte zunächst nur die Sperrengeschosse mit dem frei zugänglichen Netzwerk ausstatten wollen. Von etwa 200 so genannten Access-Points für zwei Millionen Euro war die Rede. Helmut Schmid, der Wirtschaftspolitische Sprecher der SPD argumentierte jedoch, dass die wenigsten Sperrengeschosse Aufenthaltsqualität hätten. In den meisten Fällen gingen die Leute lediglich dadurch, um zur U-Bahn zu kommen. Daher erschien ihm die Zahl von 200 Access-Points schlicht zu hoch. „Man sollte doch nur dort welche einrichten, wo sich die Leute auch länger aufhalten.“ Manuel Pretzl (CSU) ergänzte, dass sich die U-Bahn-Nutzer eben häufiger in den Bahnsteigen-Bereichen aufhalten, um dort auf die Züge zu warten. Erfahrungen aus Hamburg hätten gezeigt, dass „zahlreiche Personen sich wegen des WLANS deutlich länger an den Bahnsteigen aufhalten“, erwiderte ein Sprecher der Stadtwerke München im Ausschuss. Daher habe man die Einrichtung der Hotpsots zunächst in den Sperrengeschossen testen wollen.

Grünen Fraktionschef Florian Roth kritisierte generell, dass der Ausbau bis 2020 dauern soll. „Das geht in anderen Städten schneller, Hamburg und Berlin bauen alle Bahnhöfe bis Ende 2018 mit WLAN aus.“ Dennoch begrüße er den Vorstoß. „Gerade für junge Menschen ist das auch ein Qualitätsmerkmal.

Gänzlich gegen den Ausbau votierte Stadtrat Tobias Ruff (ÖDP). „Die Vorlage kommt fünf Jahre zu spät.“ Er sehe nun schlucht und ergreifend den Bedarf nicht mehr gegeben. „Es gibt mittlerweile so viele Flatrates und Datenpakete, und wir haben schnelle Netze.“ Diese Ausgaben könne man sich demnach sparen. „Wir verschenken auch kein Eis oder Kinogutscheine, damit die Leute auf die U-Bahn umsteigen.“

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