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Bairische Ansagen und Bier in Münchens S-Bahnen

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Dialekt bairisch Münchner S-Bahn
Erkennbar bayrisch soll die Münchner S-Bahn durch neue Ansagen mit Dialekt in den Zügen werden. © Bodmer

München - Alle Durchsagen in der Münchner S-Bahn werden künftig von einer Stimme mit Dialekt gesprochen. Wer zum Flughafen fährt, kann in der S-Bahn bald auch sein Feierabendbier trinken.

Bernhard Weisser hat sich viel vorgenommen. Der neue Chef der Münchner S-Bahn ist zwar erst seit zwei Monaten auf seinem Posten, plant aber schon zahlreiche Veränderungen. Besonders auffällig für die Fahrgäste werden die neuen Ansagen in den Zügen sein. „Die Stimme der Ansagerin soll bairisch gefärbt sein“, sagte Weisser. Bisher waren die Durchsagen von einer Radiosprecherin auf Hochdeutsch aufgenommen worden. Wer die bairisch gefärbten Ansagen sprechen soll, steht noch nicht fest.

Die Idee zu neuen Durchsagen stamme von vielen Fahrgästen, die sich erkennbar bairische Ansagen gewünscht hätten. „Natürlich müssen die Durchsagen aber auch für Fahrgäste, die Hochdeutsch sprechen, verständlich bleiben“, sagte Weisser. Die neuen Ansagen sollen gemeinsam mit dem neuen Fahrplan im Dezember eingeführt werden.

Schon ab dem 15. März will Weisser einen neuen Service in den S-Bahnzügen zum Flughafen anbieten. Zwischen 6 und 22 Uhr wird es in jedem zweiten Zug der Linien S1 und S8 einen Cateringservice geben. Wie in Regionalzügen werden dann Mitarbeiter eines Imbiss-Unternehmens mit kleinen Wagen durch die S-Bahnen laufen und Getränke und Snacks anbieten. Zunächst ist eine dreimonatige Versuchsphase geplant, in der getestet werden soll, ob die Fahrgäste das neue Angebot annehmen.

Für Ärger könnte allerdings das geplante Sortiment sorgen. Denn neben alkoholfreien Getränken, Chips und Süßigkeiten steht auch Bier auf der Karte. Die Augustiner-Halbe soll 2,60 Euro kosten. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) will in den U-Bahnen jedoch gerade ein Alkoholverbot einführen und hatte gehofft, dass auch die S-Bahn mitziehen würde. In den U-Bahn-Stationen ist der Alkoholkonsum schon jetzt verboten. „Wir halten an dem Verbot fest“, sagte MVG-Sprecherin Bettina Hess. Auch das Verbot in den Fahrzeugen werde kommen. „Wir folgen dem Beispiel der S-Bahn mit Sicherheit nicht“, stellte Hess klar. Man habe bisher schon in den Regionalzügen Alkohol verkauft und keine schlechten Erfahrungen damit gemacht, sagte hingegen S-Bahn-Sprecherin Bianca Piechaczek. „In den Zügen gibt es auch keinen Großkonsum“, betonte sie. Ein Alkoholverbot sei in den S-Bahnen nicht geplant.

Auch im Streckennetz wird es heuer Änderungen geben. Im Dezember wird die neue Haltestelle „Hirschgarten“ zwischen Laim und der Donnersbergerbrücke eröffnet (wir berichteten). Da die Züge fast aller S-Bahn-Linien dann für jeweils eine Minute an der neuen Station halten, ändern sich auch alle Fahrpläne.

Bis zur Eröffnung wird der Bau der neuen Haltestelle noch für einige Behinderungen auf der S-Bahn-Stammstrecke sorgen. Im April werden die Oberleitungen umgebaut, im August bekommt die Station ihr Dach. In beiden Fällen wird es zu Behinderungen kommen.

Insgesamt sind 2009 mehr als 40 weitere Baustellen geplant. „Es wird weniger große, dafür mehr kleine Baustellen geben“, sagte S-Bahn-Chef Weisser. „Deshalb gibt es häufiger Taktausdünnungen und seltener komplette Streckensperrungen.“

Philipp Vetter

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