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Gefährliches Gefälle: Die Rampe zur Fußgängerbrücke über die Ständlerstraße in Neuperlach ist unbrauchbar für Rollstuhlfahrer, Radler und Kinderwagen und deshalb gesperrt.

Neuperlach

Baldiges Ende eines Schildbürgerstreichs

München - In Neuperlach ist die Rampe am „Vierschanzenhaus“ viel zu steil für Rollstuhlfahrer – nun soll der Missstand behoben werden.

Inklusion, also die Teilhabe Behinderter am gesellschaftlichen Leben, ist ein allgegenwärtiges Thema. Wie man Behinderten das Leben erschwert, dafür gibt es ein Negativbeispiel in Neuperlach. Dort ist ein wichtiger Fuß- und Radweg nicht mehr passierbar, weil die Rampe beim Neubau viel zu steil angelegt wurde. Rollstuhlfahrer, Rollatornutzer, Eltern mit Kinderwagen, selbst Radfahrer haben wegen der extremen Steigung keine Chance, die Verbindung zwischen Neuperlach-Zentrum und dem Ostpark über die Ständlerstraße zu nutzen. Für Radler und Skater besteht akute Absturz- und damit Lebensgefahr. Aus Sicherheitsgründen ist die Brücke deshalb komplett gesperrt.

Der Schildbürgerstreich hat eine Vorgeschichte. Bis 2012 stand an dem einen Ende der Brücke das Plett-Zentrum mit dem Verwaltungsgebäude der Neuen Heimat und einem Ladenzentrum. Der Bau hatte einen durchgehenden Anschluss an die Brücke. Nach dem Abriss des alten Zentrums wurden dort Wohnungen gebaut unter dem Titel „LAO – Leben am Ostpark“, wegen seiner Optik auch als „Vierschanzenhaus“ bekannt. Die Häuser stehen ebenerdig, der Brückenkopf jedoch hat das Niveau des früheren Zentrums.

Zum Höhenausgleich sollte es eine Treppenanlage mit einer Rampe geben. Die erstellte der Investor auch wie vereinbart, aber nicht gemäß der DIN-Norm für Barrierefreiheit. Weil die extreme Steigung trotz eingebauter Umlaufsperre eine Gefahr für Radler, Skater und andere darstellte, blieben Brücke und Rampe auch nach der Fertigstellung des Vierschanzenhauses im Herbst 2015 gesperrt. Sehr zum Ärger vieler Anlieger, die weiterhin Umwege in Kauf nehmen müssen.

Inzwischen fordert die Stadt vom Investor, „die unstrittig erforderliche Barrierefreiheit kurzfristig herzustellen“. Ein Konzept liegt laut Baureferat bereits vor und wird nach Angaben der Behörde derzeit geprüft. „Allerdings gibt es offenbar rechtliche Diskussionen darüber, wer die Rampe errichtet“, hat Perlachs BA-Chef Thomas Kauer (CSU) erfahren. Das Baureferat setzt nach eigenen Angaben „alles daran, die wichtige Verbindung baldmöglichst barrierefrei freigeben zu können“.

Klärungsbedarf gibt es allerdings auch noch im Hinlick auf eine ausreichende Beleuchtung der Treppenanlage, bei den Regelungen für Räum- und Streudienst sowie den dazu nötigen Zufahrten. Die vom Baureferat ebenfalls geforderte Umlaufsperre, um zum Beispiel auf der Brücke radfahrende Kinder vor dem Absturz an der Treppe zu schützen, ist mittlerweile installiert. Ebenso wie ein Schild „Steile Treppenanlage!“

Carmen Ick-Dietl

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