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Die größte Maschine aus Japan: 677 Tonnen schwer, mit 12 000-Liter-Dieseltank – der Bagger von Komatsu.

Größte Messe der Welt

Mega-Messe Bauma: Die Spielwiese für Riesen

München - Die größte Messe der Welt, die „Bauma“, öffnet am Montag wieder ihre Tore. Auf über 600.000 Quadratmetern stellen 3400 Firmen aus 60 Ländern ihre neuesten Erfindungen aus. Ein Hubschrauber-Rundflug mit Messe-Chef Klaus Dittrich über das riesige Gelände in Riem.

Der Bauma-Chef wirkt ein wenig müde. Seine Stimme brummt sonor, als er am Donnerstagmorgen neben dem Hubschrauber auf den Abflug wartet – denn was hier unter seiner Leitung aus dem Boden gestampft wurde, ist womöglich aufwändiger als der Aufbau des Oktoberfestes. Nur alle drei Jahre findet die Bauma in München statt, fünf Monate dauert es, bis alles steht: über 600 Schwertransporte mit 13.000 Lkw, 40 Kräne, die dutzende Tonnen Material gehoben haben, die Ankunft von hunderten Maschinen, die zum Teil höher sind als mehrstöckige Einfamilienhäuser. „Wir rechnen mit deutlich mehr als 500.000 Besuchern“, brummt Dittrich.

Der Mensch, ein Winzling: Der haushohe Liebherr-Truck T264.

Er sitzt nun im Hubschrauber und schnallt sich an. Kurz vor dem Start drängt sich ein Lächeln in sein Gesicht und weicht nicht mehr. Die Vorfreude ist groß. Selten hatten die Aussteller so gutes Wetter wie heuer. Es ist Dittrichs dritte Münchner Bauma in etwa sieben Jahren. Insgesamt ist es die 31. Messe. „Wir sehen jetzt 605.000 Quadratmeter Messefläche auf einen Blick“, sagt Dittrich. Und gleich kann sich der Bauma-Chef auch einen ersten, eigenen Überblick verschaffen über das Ergebnis von fünf Monaten Arbeit, über die größte Messe der Welt. „Wir mussten sogar 4000 Meter zusätzlichen Zaun aufstellen“, sagt Dittrich und wirkt bei solchen Fakten selbst überrascht, wenn ihm die Dimensionen klar werden.

Der Hubschrauber mit der Kennung D-HEWR startet. Alles rattert. Ein kurzer Duft von Kerosin. Es hört sich an wie eine Waschmaschine mit Benzinmotor im Schleudergang. Zwei Minuten später schweben die Rotoren in etwa 300 Metern Höhe. Die Alpen erheben sich prachtvoll am südlichen Horizont. Dittrich macht ein paar Aufnahmen mit dem Smartphone, auch von den Bergen. Heuer ist es sein erster Hubschrauberflug über das Gelände, aber nicht sein allererster. Er kennt die Gegend mittlerweile sehr gut. „Sehen Sie dort!“ Dittrich zeigt an das Ostende der Messe, auf eine fast quadratische Teerfläche. „Das ist ein Stück Landebahn des alten Riemer Flughafens.“ Er blickt zurück auf die Messefläche: „Wie klein diese Riesenmaschinen von oben aussehen. Nicht zu glauben.“ Ein letzter Blick auf die Alpen. Der Hubschrauber dreht noch eine Runde und landet am Messeparkhaus West.

Die größte Maschine aus Japan: 677 Tonnen schwer, mit 12 000-Liter-Dieseltank – der Bagger von Komatsu.

Wieder zurück am Boden wirken die ausgestellten Maschinen überdimensional. Das Areal sieht aus wie eine Spielwiese für Riesen. Die größte Maschine kommt in diesem Jahr aus Japan. Komatsu zeigt der Welt seinen neuesten Großhydraulikbagger PC 7000. Er ist das größte Exponat, das jemals auf einer Messe ausgestellt wurde. 22 Schwertransporter brachten das Gerät in Teilen nach München. Die Schaufel des gelben Baggers fasst 36 Kubikmeter. In einem mittelgroßen Schwimmbad ist eine ähnliche Menge Wasser. Zwei Dieselmotoren treiben diesen Dinosaurier an. Sie leisten jeweils 1250 kW. Beeindruckender ist eigentlich das Fassungsvermögen des Dieseltanks: 12.000 Liter. Das reicht, um den PC7000 einen Tag lang zu betreiben. Oder anders gesagt: Es kostet etwa 12 000 Euro, den Riesenbagger einen Tag schaufeln zu lassen – und das wären dann nur die Spritkosten.

Doch die 3400 Aussteller positionieren solche Maschinen nicht einfach so auf dem Messegelände. Pressekonferenzen, Mediendialoge, Länder-Specials und Filmvorführungen erwarten die Besucher. Die Veranstalter haben sich wieder neue Events einfallen lassen, um die internationale Besucherschaft an ihren Stand zu locken. Liebherr etwa hat diesmal eine Sportveranstaltung organisiert. Am zweiten Tag der Messe, Dienstag, 12. April, ab 11 Uhr, lassen sie die Tischtennis-Nationalteams Deutschlands und Österreichs gegeneinander spielen. Das Besondere daran: Tischtennis-Größen wie Timo Boll treten zu ihren Begegnungen auf einem riesigen Truck an. Ein Spiel im Spielzeug der Riesen.

Die Bauma findet vom 11. bis 17. April auf dem Münchner Messegelände in Riem statt. Das Ein-Tages-Ticket kostet bei Online-Buchung auf www.bauma.de 22 Euro, das Zwei-Tages-Ticket 47 Euro, das Drei-Tages-Ticket 59 Euro.

Bilder: bauma - Messe der Superlative

Hüseyin Ince

 

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