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Hoch geht immer: 40 Krane stehen auf dem Messegelände in Riem und sorgen für die bekannte Silhouette der Bauma. Noch bis zum 17. April hat die Messe geöffnet.

Mega-Bagger und ein Muldenkipper so groß wie drei Häuser

Bauma-Eröffnung: Das sind die Riesen von Riem

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München - Mega-Bagger und ein Muldenkipper so groß wie drei Häuser: Die Bauma, die weltgrößte Messe der Baumaschinenbranche, hat in Riem ihre Pforten geöffnet. Wir zeigen, was Sie unbedingt sehen sollten. Oder womit Sie auf Ihrer nächsten Baustelle mal richtig angeben können.

Bilder: bauma - Messe der Superlative

1. Der Koloss von Riem

Man tritt dem Großmuldenkipper T 264 von Liebherr nicht zu nahe, wenn man sagt: Er ist ein Monster. Denn es ist die Wahrheit: Er ist ein Baumaschinen-Monster und einer der großen Bauma-Stars. Spitzname: der Koloss von Riem. Allein die Reifen sind doppelt so hoch wie ein normal gewachsener Bauma-Besucher. Vor dem T 264 stehen regelmäßig dutzende Messegäste, die ungläubig auf dieses 14 Meter lange und über sieben Meter hohe Trumm schauen – und meistens gleich noch ein Selfie machen. Als Beweis für Frau und Kind, dass sowas wirklich von Menschenhand gebaut wurde.

Aber wer braucht sowas? Nun ja, erst einmal, wer Platz hat. Für den Stadtverkehr ist der T 264 mit seinen 2500 PS eher ungeeignet, obwohl er immerhin 64 km/h schnell fahren kann. Aber Minen- und Bergbaugesellschaften können die absurd große Baumaschine natürlich gut gebrauchen. Der Koloss von Riem hat ein Volumen von 130 m3, 13 A-Klassen von Mercedes hätten in seiner Ladefläche Platz. Das Gesamtgewicht inklusive Beladung kann schon mal 400 Tonnen betragen, das sind 80 Elefanten. Und zwar besonders große Exemplare.

Mehrmals am Tag wird der T 264 vorgeführt, dann lässt ein Fahrer die Ladefläche rauf und runter fahren. Immer wenn das passiert, herrscht am Liebherr-Stand Ausnahmezustand – als ob gerade ein neues Weltwunder vorgeführt wird. Wahrscheinlich ist es eines. Zumindest für Bauma-Fans.

2. Die Mutter aller Bagger

Das liebste Fotomotiv ist das in der gigantischen Baggerschaufel: Aber wer ein Bild von sich in der Schaufel des neuen PC7000 Großhydraulikbaggers von Komatsu machen will, der muss ein paar Minuten Schlange stehen. So groß ist der Andrang. Und so außergewöhnlich ist der 677 Tonnen schwere Minenbagger. Er ist die größte Maschine, die jemals auf der Bauma ausgestellt wurde. Der PC7000 wird durch zwei Dieselmotoren angetrieben. Inhalt des Tanks: 12 000 Liter Diesel – was ungefähr einen Tag lang reicht. Die Schaufel kann 36 Kubikmeter fassen, was wiederum einem mittelgroßen Schwimmbad entspricht. Der Bagger ist neun Meter hoch und zehn Meter breit. Es hat 22 Schwertransporte gebraucht, um den Bagger nach München zu bringen. Übrigens: Der PC7000, der auf der Bauma steht, ist noch zu haben, heißt es von Seiten des Unternehmen. Preis: knapp acht Millionen Euro.

3. Die tanzenden Baumaschinen

Bei der Firma Doosan und Bobcat tanzen die Bagger und turnen die Baumaschinen. Der Vorführungsbereich ist nicht zu übersehen, es liegt tonnenweise Sand und Kies aus, von Weitem hört man schon laute Rockmusik, während Raupenlader, Bagger, Baumaschinen mit gigantischen Sägen vorführen, was in ihnen steckt. Ein stets gut gelaunter Moderator heizt an: „Wie ein Balletttänzer schwebt der Kollege Baggerfahrer über die Baustelle.“ Solche Sachen sagt er. Besucherandrang: sehr, sehr groß. Man kommt sich ungefähr vor wie bei einem Bundesligaspiel, nur dass nicht Ribéry und Müller ihre Tricks zeigen, sondern der Knicklader und die Kompaktraupe. Auch schön.

4. Der stille Radlader

Er ist gelb, 100 Prozent emissionsfrei und wahnsinnig leise. Man hört den Radlader der Münchner Firma Wacker Neuson so gut wie nicht – statt mit Diesel läuft er mit kabellosem Batterie-Antrieb. Ladezeit: sechs bis acht Stunden. Betriebszeit: fünf bis sechs Stunden, bei schwerer Arbeit ungefähr 90 Minuten.

Bisher wurden von dem innovativen Radlader bereits über 100 Stück verkauft. Die Maschine scheint einen Nerv zu treffen. Ein Mitarbeiter sagt: „Er eignet sich besonders zur Stallarbeit.“ Weil er so leise ist und die Tiere nicht stört. „Aber auch auf Friedhöfen oder in Altenheimen – überall, wo Geräusche ein Thema sind.“ Allerdings könnte dieser Radlader gerade im Seniorenheim für Aufregung sorgen. Ein solches Trumm, das man nicht hört, ist ungewohnt. Da werden manche an ihren Hörgeräten zweifeln. Aber das nehmen sie bei der Münchner Firma liebend gerne in Kauf.

5. Der gelbe Gigant

In der Fahrerkabine ist ein Kleiderhaken und ein Getränkehalter, aber das sind wahrscheinlich die langweiligsten Eigenschaften des Hydraulikbaggers Cat 6015B von Caterpillar. Es ist das größte Teil, das der weltgrößte Hersteller von Baumaschinen in München herzeigt. Hier ein paar Fakten des gelben Giganten. Gewicht: 135 Tonnen. Maße: 4,5 Meter Höhe, 4,8 Meter Breite, 7 Meter Länge. Maximale Grabtiefe: 7,9 Meter. Wer schnell viel ausbaggern will, der ist hier richtig. Zum Beispiel eine Eisenerzmine in Australien oder ein ganzes Dorf, sagen wir in der Oberpfalz. Preis: geheim. Zumindest für gewöhnliche Messebesucher, die zufällig keine Eisenerzmine besitzen.

6. Asphalt mit Aussicht

Vielleicht nicht gerade was für den Hausgebrauch, aber trotzdem imposant: Die Asphaltmischanlage ABC Universal ist das größte Exponat der Firma Ammann. Höhe: 32 Meter. Wer will, kann mit dem Lift hochfahren und einen Blick über die Bauma wagen. Ganz Mutige können auch kraxeln: An der Mischanlage gibt’s sogar eine Kletterwand. 

Fakten rund um die Bauma

Die Dimensionen der Bauma, die heuer zum 31.Mal in München stattfindet, sind gigantisch: Auf insgesamt 605.000 Quadratmetern, das sind rund 85 Fußballfelder, stellen über 3400 Aussteller aus rund 60 Ländern ihre Neuheiten vor. Das Ganze verteilt sich auf 16 Hallen sowie 405.000 Quadratmeter Freigelände. 4000 Meter Extrazaun wurden aufgestellt, 13.000 Lastwagen und mehr als 600 Schwertransporte haben die Exponate angeliefert – und transportieren sie nach dem 17. April wieder ab.

Die Aussteller

Die meisten Aussteller (1256) kommen aus Deutschland. Hier eine Liste der anderen Herkunftsländer (Top 10):

1. Italien (524)

2. China (346)

3. Türkei (142)

4. Großbritannien (122)

5. USA (121)

6. Niederlande (111)

7. Frankreich (109)

8. Spanien (87)

9. Österreich (85)

10. Südkorea (56)

Die Besucher

In diesem Jahr rechnet die Messe München wieder mit mehr als 500 000 Besuchern aus rund 200 Ländern. Ein Großteil, nämlich 42 Prozent der Bauma-Gäste, die außerhalb Münchens wohnen, haben bei der letzten Messe 2013 in München oder in der näheren Umgebung mindestens einmal übernachtet. Die kommen nicht nur mit den zusätzlichen U-Bahnen, die im 3-Minuten-Takt fahren, sondern auch mit mehr als 2800 Bussen und 110 000 Autos zur Bauma. Die meisten Besucher, rund 323 000, kommen aus Deutschland. Die anderen Gäste reisen aus folgenden Ländern an (Top 10):

1. Österreich (35 374)

2. Schweiz (22 976)

3. Italien (16 472)

4. Russland (11 108)

5. Frankreich (10 260)

6. Niederlande (7826)

7. Großbritannien und Nordirland (5661)

8. Schweden (5510)

9. Polen (5191)

10. Tschechien (4978)

Service

Die Veranstalter empfehlen einen Ticket-Kauf und eine Vor-Registrierung im Internet unter www.bauma.de, da so Wartezeiten an den Schaltern vermieden werden. Das Online-Ticket kostet 22 Euro, das Tagesticket an der Kasse 32 Euro. Drei Tage kosten 64 Euro (online 47), das Dauerticket 79 Euro (online 59). Anfahrt mit der U 2 Messestadt West oder Ost; S 2 Riem, von dort mit dem Bus 190 zur Messestadt. Mit dem Auto über die A 94, der Wegweisung zu Parkhäusern und Parkplätzen folgen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9.30 bis 18.30 Uhr, Samstag von 8.30 bis 18.30 Uhr und Sonntag von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr.

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