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Horror für Bahnfahrer: In Prien drängelten sich Massen zu den Ersatzbussen

Mega-Chaos auf Fahrt nach Freilassing

Baumaßnahme „kurzfristig“ verlängert: Totaler Wahnsinn am Priener Bahnhof

Es sollte ein gemütlicher Nachmittag bei den Großeltern werden. Doch die Fahrt von Priener  nach Freilassing wurde für Gustavo L. und seinen kleinen Sohn (2) zum Horrortrip!

München - Über eine Stunde hingen die beiden mit hunderten anderen Fahrgästen in Prien fest. „Es herrschte absolutes Chaos“, sagt der 37-jährige Münchner der tz.

Was war passiert? Vater und Sohn nahmen am Donnerstag um 9.05 Uhr den Meridian am Ostbahnhof. „Der Zug wäre um 10.33 Uhr in Freilassing angekommen.“ Wäre. Tatsächlich erreichten sie erst fast drei Stunden später ihren Zielbahnhof! Schon am Ostbahnhof kündigte eine Durchsage an, dass von Prien bis Übersee nur Busse fahren. L. nahm’s gelassen. „Wir hatten Kekse dabei.“ Dass der Proviant nicht reichen würde, wurde ihm bei der Ankunft in Prien klar: „Die Leute tummelten sich zu Hunderten am Busbahnhof, wo nur ein einziger Bus stand!“

Gustavo L. (37) erlebte das Bahn-Chaos

Es kamen immer wieder neue Busse, die aber sofort wieder von den Menschenmassen belagert waren. „Unmöglich, mit Kinderwagen und dem Kleinen da durchzukommen.“ Hilflos harrten sie aus. Endlich, rund 70 Minuten später, konnten sie sich auf die Treppe eines Busses drängen. In Übersee hieß es wieder: Warten. Diesmal auf den Zug. „Als wir um 13.21 Uhr in Freilassing ankamen, war ich mit den Nerven am Ende.“

Auf tz-Anfrage teilt ein Sprecher der Bayerischen Oberlandbahn GmbH, die den Meridian betreibt, mit, dass eine Baumaßnahme der Deutschen Bahn Netz AG „kurzfristig“ verlängert worden sei – daher der Einsatz von Bussen.

Statt mit dem Meridian (Foto) ging es mit Bussen weiter.

Grund für das Chaos war aus Sicht der Oberlandbahn eine „fehlerhafte Reisenden-Lenkung“ der Bahn: „Offenbar wurden die Fahrgäste des Fernverkehrs von der Deutschen Bahn auf unsere Busse gelenkt – das heißt, den DB-Kunden wurde empfohlen, mit der Bahn bis Prien oder Übersee zu fahren und dann auf den Schienenersatzverkehr umzusteigen. Dort kam es dann natürlich zu enormen Kapazitätsengpässen.“ Es sei anders abgesprochen gewesen, so der Sprecher: Die Bahn-Fahrgäste hätten ab Rosenheim auf Busse der Bahn umsteigen sollen – was nicht passiert ist. Man könne die Verärgerung nachvollziehen und werde den Vorfall gemeinsam mit der Bahn aufarbeiten.

Daniela Schmitt

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