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Verbreiterte Brücke: Auch im Bereich der Unterführung Gyßlingstraße wird kräftig gebaut, die Betonschicht demnächst aufgebracht.

Weniger schlimm als erwartet

Baustelle Isarring: Am Limit – aber noch ohne Stauchaos

München - Überraschung auf dem Isarring: Das wegen der Bauarbeiten befürchtete Stauchaos ist bisher ausgeblieben. Vergleichszahlen belegen, dass an dem Nadelöhr nahe der Ausfahrt Schwabing viel weniger Autos unterwegs sind als vor einem Jahr. Bis Mitte Oktober soll der Ring an der Einmündung Ifflandstraße dreispurig ausgebaut sein.

Richard Bartl, Baustellenkoordinator der Stadt, ist an diesem späten Montagmorgen gelassen. Noch. Der Verkehr am Isarring nahe dem Seehaus fließt, die Arbeiten an der vor zwei Wochen gestarteten Baustelle gehen zügig voran. Sieben Gewerke laufen gleichzeitig – zum Beispiel Straßen-, Kanal-, Ingenieur- und Tiefbau. „Mehr geht nicht“, sagt Bartl. Dass der tägliche Stau in etwa der Situation vor Beginn der Baumaßnahme entspricht, sei auch der Urlaubszeit geschuldet. Dieser Umstand ist Bartl bewusst. Von Mitte September an nach Ende der Schulferien dürfte es kniffliger werden. Zumal die auf eine Fahrspur reduzierte Verkehrsführung schon jetzt am Limit sei.

Vogelperspektive: Das Luftbild oben zeigt die Problemstelle, an der die Ifflandstraße in den Ring mündet. Ab hier wird es dreispurig.

Viele hatten befürchtet, dass dieses Limit bereits in den Ferien überstiegen wird. Doch nach Einschätzung des Bau- und des Kreisverwaltungsreferats (KVR) haben die Autofahrer die Warnhinweise gut angenommen. Der statistische Beweis: Am 18. August 2015 wurden am Isarring auf Höhe der Pienzenauer Straße 40 300 Kfz registriert, nun am 16. August 2016 waren es 25 700. Die Tagesspitzen hätten sich von etwa 2800 Kfz pro Stunde (vor Beginn der Hauptbauphase mit Sperrung Ifflandstraße) auf aktuell 1500 bis 1600 Kfz reduziert. Die Ausweichrouten über die Prinzregenten- zur Ludwig- und Leopoldstraße sowie über die Effnerstraße und den Föhringer Ring sind laut Stadt zwar stärker belastet. Allerdings geht das KVR auch davon aus, dass manch Verkehrsteilnehmer auf den ÖPNV umgestiegen ist. Die Behörde hatte zuvor angekündigt, im Falle eines extremen Rückstaus eine Blockabfertigung im Richard-Strauss-Tunnel zu veranlassen. „Doch davon sind wir bislang weit entfernt“, erklärt Robert Neuner vom KVR.

Wohl ab Mitte Oktober werden auf dem Isarring in Richtung Schwabing drei Fahrspuren ab dem stauträchtigen Einmündungsbereich Ifflandstraße zur Verfügung stehen. Um die Eingriffe in den Englischen Garten möglichst gering zu halten, werden alle drei Fahrspuren mit der minimalen Breite von je drei Metern hergestellt. Gearbeitet wird an der Baustelle in der Regel täglich von 7 bis 22 Uhr – außer sonntags. Die Kosten für den Ausbau des 500 Meter langen Teilstücks betragen 5,6 Millionen Euro.

Unten die Baustelle ein Stück weiter Richtung Innenstadt, auf Höhe der Ausfahrt nach Schwabing.

Derzeit wird im Bereich der Unterführung Gyßlingstraße das im Juli eingehobene 80 Tonnen schwere Fertigbauteil mit der bestehenden Brücke verbunden. Ziel ist eine Verbreiterung der Brücke. Spobald die Betondecke aufgebracht ist, wird an dieser Stelle für etwa sieben Tage ein Zelt über die neue Fahrbahn gestülpt, um den zu trocknenden Beton vor Witterungseinflüssen zu schützen. Erst danach kann die Asphaltschicht aufgebracht und parallel der Straßenbau in den Anschlussbereichen durchgeführt werden. Zur statischen Sicherung der Bachbrücken im Umgriff der Baumaßnahme werden täglich vier Bohrpfahlwände in den Untergrund versetzt.

Noch also läuft alles wie am Schnürchen. Ob der Verkehr aber auch im September fließt, vermag Bartl nicht vorherzusagen: „Übersteigen die Kfz-Zahlen 26 000 pro Tag, werden größere Rückstaus leider unausweichlich sein.“

Klaus Vick

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