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Der angestrahlte Hof auf der Praterinsel, aufgenommen 2013 im Rahmen des Filmfest München beim "Audi Director's Cut

Areal auf der Isar-Insel

Bauunternehmer erwirbt angeblich Praterinsel

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München - Seit dem Verkauf der Praterinsel spekulieren die Münchner, wer neuer Eigentümer ist. Jetzt wurde bekannt, wer es erworben hat. 

Die Patrizia Immobilien AG hatte die Insel in der Isar verkauft, den neuen Eigentümer aber nicht genannt. Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge handelt es sich bei ihm um den millionenschweren Münchner Bauunternehmer Urs Brunner. Gut 50 Millionen Euro soll er demnach für das 6078 Quadratmeter große Areal bezahlt haben.

Die Patrizia will allerdings nicht bestätigen, dass Brunner neuer Eigentümer ist. „Der Käufer möchte nicht genannt werden. Daran halten wir uns“, erklärt Sprecher Andreas Menke auf Nachfrage. Auch im Planungsreferat sei der neue Eigentümer noch nicht bekannt, sagt Sprecher Thorsten Vogel. „Wer immer es ist, wir warten darauf, dass er auf uns zukommt, um seine Pläne für die Praterinsel zu besprechen.“

Chancen für exklusiven Wohnungsbau?

Unter der Hand dürfte der Käufer im Planungsreferat allerdings längst vorgefühlt haben, ob auf der Praterinsel exklusiver Wohnungsbau möglich ist – und damit lukrative Renditen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Zwar sieht ein Flächennutzungsplan von 1993 vor, dass 65 Prozent kulturell genutzt werden müssen, 34 Prozent für Büros und das verbleibende Prozent für eine Hausmeisterwohnung zur Verfügung steht.

Allerdings hatte Stadtbaurätin Elisabeth Merk bereits 2012 auf eine Stadtratsanfrage von CSU-Mann Richard Quaas geantwortet, dass die für Künstler vorgesehenen Ateliers und Atelierswohnungen auch an Mieter vergeben werden können, die keine Kulturschaffenden sind, wenn sich Künstler die Mieten nicht leisten können, die dem Marktwert entsprechen. Auch Kulturreferatssprecherin Jennifer Becker zufolge ist „Kultur“ ein dehnbarer Begriff. Baurechtlich sei dieser weiter gefasst als in der Kulturförderung. „Da ist das Baurecht nicht so streng.“

Warum die Stadt die Praterinsel nicht komplett kaufen konnte

Seit die Patrizia die Insel im Jahre 2006 gekauft hat, arbeiten dort ohnehin keine Künstler mehr. Nur Aktionskünstler Wolfgang Flatz ist noch übrig, gelegentlich finden noch Kunstmessen statt. Eine kulturelle Nutzung wäre leichter, wenn die Praterinsel in städtischem Besitz wäre. In der Vergangenheit hatte die Stadt wiederholt versucht, das Gelände komplett zu kaufen – zwei Drittel der Insel gehören ihr ohnehin. Doch die wechselnden Eigentümer hatten kein Interesse an einem Verkauf oder Preisvorstellungen, die der Stadt zu teuer waren.

Die Praterinsel ist nicht das einzige prominente Projekt von Urs Brunner. Ihm gehört unter anderem das historisch wertvolle Ensemble gegenüber der Oper an der Maximilianstraße 6 bis 8, das er derzeit aufwändig in ein Geschäftshaus samt Wohnungen umbaut.

Lesen Sie hier:  Kunst und Kommerz auf der Praterinsel - Können die Mieter bleiben?

Bettina Stuhlweissenburg und Marian Meidel

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