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Ministerin Beate Merk ehrte Leslie Mandoki, Prof. Armin Schmidtke, Susanne Breit-Keßler, Prof. Carola Jungwirth, Karl Steininger, Marlies Kirchner und Ingeborg Berggreen-Merkel, Verleger Dr. Dirk Ippen. Rechts Laudator John C. Kornblum. Hinten der Landtagsabgeordnete Franz Rieger vom Kommittee der Europamedaille. 

Medaillen für Europa

Bayern ehrt diese elf Menschen

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Mit der „Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa“ hat Europaministerin Beate Merk (CSU) Dienstagabend im Prinz-Carl-Palais elf Personen ausgezeichnet.

München - Die seit 1990 verliehene Europamedaille geht an Menschen, die sich um die Förderung des Europagedankens in Bayern und um Bayern in Europa in vielfältiger Weise verdient gemacht haben.

Diese Ehre wurde (in alphabetischer Reihenfolge) Ingeborg Berggreen-Merkel, Ex-Ministerialdirektorin im Bundeskulturministerium, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, Dr. Dirk Ippen, Verleger unter anderem von tz und Münchner Merkur, Prof. Carola Jungwirth, Präsidentin der Uni Passau, der Betreiberin des Theatiner Filmtheaters Marlies Kirchner, Rolf-Dieter Krause, ehemals Leiter des ARD-Studios Brüssel, Musikproduzent Leslie Mandoki (Dschingis Khan), Prof. Armin Schmidtke, Seniorprofessor der Psychiatrie der Uni Würzburg und Ex-Vorsitzender des Nationalen Suizidpräventionsprogramms, Schauspielerin Jutta Speidel, Gründerin des obdachlose Kinder und Mütter betreuenden Vereins Horizont, Karl Steininger, Landeshauptmann des Bundes der Bayerischen Gebirgsschützen-Kompanien und Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) zuteil.

Der frühere US-Botschafter John C. Kornblum forderte in seiner Laudatio eine Erneuerung der Partnerschaft zwischen Europa und den USA. Kornblum warnte vor dem Populismus, dessen Ursache „die gewaltigen Wellen der neuen Zeit“ seien, die über alle westlichen Staaten hereingebrochen sei. Kornblum: „Die Verwirrung und auch Hoffnungslosigkeit, die aus diesem Wandel hervorgegangen sind, haben Trump und den Brexit erst möglich gemacht.“ Europa habe sich seit 1990 zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Kornblum warnte: „Jeder Versuch, den Wandel aufzuhalten, bringt nicht nur das Scheitern, sondern wahrscheinlich auch den Untergang.“

Das sagen die Preisträger

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler.

Mehr soziale Gerechtigkeit: „Europa bedeutet für mich Heimat. Ich bin in Bayern, Deutschland und Europa zuhause – in dieser Reihenfolge, aber ich will das keinesfalls voneinander trennen. Mein persönliches Motto lautet: regional leben, EU-weit denken. Wir sind eine Wertegemeinschaft, auch wenn es noch viel zu tun gibt. Wir müssen uns auf gemeinsame politische Werte einigen, ich denke da an ethische und soziale Werte, die das Zusammenleben in der Gesamtgesellschaft betreffen. Ich denke da an Menschenrechte, Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit. Alle Menschen sollen ihr Auskommen haben, alle Kinder unter gleichwertigen Bildungschancen groß werden. Wir sollten alle bereit dazu sein, uns dafür einsetzen.“ Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler 

Nicht nur eine Friedensidee: „Die EU ist mehr als eine geniale Friedensidee der Nachkriegszeit. Sie ist auch das richtige Modell für eine gute Zukunft in Frieden, Freiheit und Wohlstand, gerade für Deutschland als Land im Herzen Europas. Nur mit einem gemeinsamen europäischen Binnenmarkt kann Europa in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung neben den USA und China weltweit in der ersten Liga mitspielen. Nur mit einer gemeinsamen europäischen Kraftanstrengung können die EU-Außengrenzen wirksam geschützt und die Migrationsströme aus dem Nahen Osten und Afrika gesteuert werden. Nur mit einer engen Zusammenarbeit in Europa wird es gelingen, die Bürger wirksam vor globalem Terrorismus und grenzüberschreitender Kriminalität zu schützen.“ Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber

Verleger Dr. Dirk Ippen

Es gilt, Europa zu verteidigen: „Ich bin in den Nachkriegsjahren als junger Mensch mit dem Fahrrad in die Niederlande und nach Frankreich gefahren und es war wunderbar, dort andere junge Menschen kennenzulernen. Dann bin ich in eine großartige Europäische Union hineingewachsen: Das Einigungswerk und die EU-Verträge, ohne Konrad Adenauer und Charles de Gaulle hätte es das nie gegeben. Doch jetzt wird unsere Gemeinschaft bedroht von Ereignissen in der Türkei, Russland oder auch in Ungarn, wo man sich von unserem freiheitlichen und demokratischen Rechtsstaat verabschieden will. Aber auch in unseren Ländern gibt es eine starke Gruppe von Leuten rechts außen, die Europa nicht wollen. Darum müssen wir uns wie selten zuvor anstrengen, um unser Europa zu verteidigen.“

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