Flüchtlinge haben wochenlang vor der Bayernkaserne campiert. Am Dienstagabend wurden sie mit Bussen abgeholt.

Geflüchtet aus Ruhpolding

Bayernkaserne: Asylbewerber-Drama beendet

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München - Das Drama um die Flüchtlinge, die wochenlang vor der Bayernkaserne kampiert haben, ist vorerst beendet. Noch am Dienstagabend wurden die 23 Asylbewerber, die aus ihrer Unterkunft in Ruhpolding geflohen waren, mit Bussen abgeholt.

Die Regierung von Oberbayern ließ sie zunächst in eine Gemeinschaftsunterkunft in Moosburg (Kreis Freising) bringen.

Wie berichtet,hatten die jungen Männer bereits Anfang Juni ihre Pension in Ruhpolding verlassen – aus Protest gegen die Zustände dort. Andrea Betz, die bei der Inneren Mission den Migrationsbereich leitet, hält ihre Vorwürfe, dass der dortige Koch sie tyrannisiert habe, für nachvollziehbar. „Sie sagten immer, wenn sich die Bedingungen änderten, würden sie zurückgehen“, so Betz. Eine Mitarbeiterin der Inneren Mission habe täglich nach den Afghanen und Pakistanern geschaut, die wochenlang auf einem Vorplatz der Bayernkaserne nächtigten. Laut Betz waren sie mit allem Lebensnotwendigen versorgt.

Weil das Landratsamt Traunstein für die Männer zuständig ist, hatte die Regierung von Oberbayern wenig Handhabe, sie unterzubringen. Zudem fürchten Verantwortliche, sich durch zu viel Einlenken erpressbar zu machen. Am Dienstag jedoch scheinen die CSU-Stadträte Richard Quaas und Marian Offman großen Druck gemacht zu haben, dass solche menschenunwürdigen Geschehnisse nicht auf Stadtgebiet zu dulden seien.

Laut Regierung verdichteten sich am Dienstag die Anzeichen, dass sich eine Änderung in der bisherigen Unterkunft oder eine anderweitige Unterbringung im Kreis Traunstein „nicht kurzfristig umsetzen lassen“. Wegen des Wetters habe man sich entschlossen, die Männer noch am Abend nach Moosburg zu bringen. Die Männer seien einverstanden gewesen. Auch Betz berichtet, sie hätten gerne gepackt und aufgeräumt. Ernsthaft krank sei keiner gewesen. Der Helferin Christl Quaas zufolge haben die Männer am Mittwoch berichtet, es gehe ihnen allen besser als vorher und sie seien sehr dankbar. Nach Informationen unserer Zeitung blieb ein Teil der Männer gestern in Moosburg, einige wurden ins nahe Zolling und einige an einen dritten Ort weiterverlegt.

Um das Formale abzuschließen, muss die Regierung einen Umverteilungsantrag stellen, den es „nur in begründeten Ausnahmefällen“ gibt, die für die Regierung am Dienstagmittag noch „nicht ersichtlich“ waren. Nach Aussagen von Beteiligten scheint das Hauptproblem jedoch zu sein, dass das Traunsteiner Landratsamt wenig Willen erkennen ließ, sich um die Asylbewerber zu kümmern, sobald diese in München waren.

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