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Kann von einem erfolgreichen Tag berichten: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erklärt die Aktion gegen den Verein „Die Bayerische Schießsportgruppe München e.V.“.

„Angriffe auf Minderheiten“ befürchtet

Herrmann nach Durchsuchungen: „Pegida gehörig auf Füße getreten“

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München - Die Behörden haben zahlreiche Objekte von Mitgliedern einer Schießsportgruppe durchsucht. Damit scheint auch der Münchner Pegida ein Schlag versetzt worden zu sein.

Das ist sicherlich nur ein Zufall: Ausgerechnet zu Beginn des 60. Deutschen Schützentages in Frankfurt hat die Polizei in München, Kaufbeuren und Bad Rodach (Landkreis Coburg) elf Objekte von zehn Mitgliedern des Vereins „Die Bayerische Schießsportgruppe München e.V.“ durchsucht. Befürchtet wird, dass dort Angriffe auf Minderheiten wie Flüchtlinge und Muslime vorbereitet wurden. Innenminister Joachim Herrmann (60, CSU) prüft jetzt ein Verbot des Vereins.

An den Objekten rückten am Donnerstag knapp 120 Polizisten an, darunter auch Spezialeinheiten. Die Ermittler stellten Beweismaterial sicher. Unter anderem wurden zwei illegale Waffen beschlagnahmt. Ob die Beweislage für ein vereinsrechtliches Verbot ausreicht, wird nach Herrmanns Worten jetzt akribisch geprüft. „Auf jeden Fall sind wir heute der waffenaffinen Szene rund um Pegida München gehörig auf die Füße getreten.“

Offenbar Verzahnung zwischen Schützenverein und Pegida München

Es steht laut Herrmann im Raum, dass es sich bei der Schießsportgruppe um den bewaffneten Arm von Pegida München handelt. Wie Herrmann deutlich machte, besteht eine enge personelle Überschneidung zwischen den Mitgliedern des Schützenvereins und Pegida München, gerade auf Führungsebene. Diese Führungsfiguren hätten beispielsweise bei Pegida-Kundgebungen von „schweinischen Migranten“ gesprochen. Außerdem wurde Propagandamaterial rechtsextremistischer Parteien verteilt.

Nach Informationen der tz sollen auch Pegida-München-Vorstand Heinz M. sowie seine Partnerin und sein Sohn Mitglieder der Schießsportgruppe sein. Der Verfassungsschutz beobachtet Pegida München. Explizit wird auf M. eingegangen, gegen den Ermittlungen wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung laufen.

Herrmann befürchtet „Angriffe auf Minderheiten“

„Wir haben die Sorge, dass die Bayerische Schießsportgruppe München die verfassungsfeindlichen Ziele von Pegida München kämpferisch aggressiv verwirklichen will, beispielsweise mit Angriffen auf Minderheiten wie Flüchtlinge und Muslime“, so Herrmann. „Jede Form von Extremismus nehmen wir sehr ernst. Deshalb gehen wir auch jedem Verdacht gegen eine Unterwanderung unserer verfassungsmäßigen Ordnung konsequent nach.“

Die Schießsportgruppe gibt es seit 20. April 2012. Das Domizil befindet sich angeblich in der Steinheilstraße, dort weist nichts darauf hin. Schießübungen sollen die Mitglieder des Vereins bei der Schützengesellschaft Hubertus in Helfendorf (Kreis München) gemacht haben. Dort wusste man nichts von den Hintergründen.

Steinheilstraße 18: Hier soll der Sitz des Vereins „Die Bayerische Schießsportgruppe München e.V.“ sein.

S. Wegele, D. Plange

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