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Gondolieri aus Venedig geben dem Sarg des Opfers das letzte Geleit zum Grab

Ergreifende Beerdigung

Gondolieri erweisen Professor letzte Ehre

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Tübingen - Sie haben den Ehemann, ihren Papa und einen guten Kollegen verloren: Am Freitag wurde das Opfer des Gondel-Dramas von Venedig zu Grabe getragen – der Münchner Jura-Professor Joachim Vogel (50).

Joachim Vogel kam bei dem Gondel-Unglück ums Leben

Am Samstag vor zwei Wochen erlag der Familienvater seinen Verletzungen, nachdem er auf dem Canal Grande seine kleine Tochter (3) gerettet hatte, dann aber mit dem Vaporetto-Wasserbus zusammengeknallt war. Die Kleine überlebte verletzt. Ehefrau Gundula (42) und die beiden Buben (7 und 9) blieben unverletzt und mussten alles mit ansehen. 500 Trauergäste verabschiedeten sich von dem Professor auf dem Bergfriedhof von Tübingen, wo Vogel zwölf Jahre vor seiner Berufung nach München 2012 lehrte und als Richter wirkte.

Opfer von Gondel-Unfall beigesetzt

Opfer von Gondel-Unfall beigesetzt

Aus Venedig waren 16 Gondolieri angereist, um den Sarg zu tragen. Sie wollten der Familie Vogel in dieser schwierigen Stunde nahe sein. „Das berührt mich sehr. In Gedanken sind wir bei der Familie“, hatte Gewerkschaftsboss Aldo Reato (57) der tz gesagt. Zusammen mit dem Präsidenten der Gondolieri-Vereinigung, Nicola Falconi, und einigen Kollegen waren sie nachts um halb Eins in Venedig aufgebrochen, um sich zur Beerdigung die traditionelle Montur überzuziehen, wie es sich die Witwe gewünscht habe, schreibt die Lokalzeitung La Nuova die Venezia. Sie haben den Sarg auf einen Wagen getragen und zum Grab begleitet. Zuvor hatten die Gondolieri einen Kranz geschickt mit einer Schleife in den italienischen Nationalfarben grün-weiß-rot.

Der Freund und Anwalt der Familie Vogel, Prof. Lorenzo Picotti aus Verona, hatte der tz gesagt, dass zur Beerdigung auch etliche Jura-Professoren aus Deutschland und Italien erwartet werden. Vogel war ein glänzender Wissenschaftler. Sein früher Tod hat die Fachwelt erschüttert.

DAC

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