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In Parks wie dem alten Botanischen Garten fühlen sich Münchner in der Nacht besonders unwohl.

Und wie geht es Ihnen?

Befragung zeigt, wo sich die Münchner am meisten fürchten

Ja, in unserer Stadt wollen wir uns sicher fühlen. Doch was sagen die Münchner? Wo und in welchen Situationen haben sie die größte Angst?

München - Laut einer Bevölkerungsbefragung zur Stadtentwicklung sind sich die Münchner einig. Am unheimlichsten sind ihnen Grünanlagen oder Parks, wie der Alte Botanische Garten. Gerade zur Abend- oder Nachtzeit wollen 61 Prozent der Befragten lieber woanders sein. Denn sie fühlen sich unsicher. An Platz zwei des Rankings kommen U-Bahnen oder Busse, ebenfalls am Abend oder in der Nacht – ganze 36 Prozent fühlen sich nicht wirklich sicher. 

Anders hingegen sieht es in der gewohnten Umgebung aus. In der eigenen Wohnung oder in dem eigenen Haus ist das Sicherheitsgefühl der Münchner am größten. Stolze 96 Prozent gaben an, in den eigenen vier Wänden keine Angst zu verspüren. Nur eine Winzigkeit weniger, nämlich 95 Prozent, fühlen sich gar in ihrem eigenen Stadtviertel wohl und haben keine Angst. Allerdings nur tagsüber. In der Dämmerung oder nachts steigt dieser Wert tatsächlich auf knapp 25 Prozent.

Auch U-Bahnen sind den Münchnern des Nachtens nicht geheuer.

... und davor haben die Deutschen am meisten Angst

Eine Diagnose wie Krebs, die Trennung vom Partner, Jobverlust: Schicksalsschläge können jeden treffen – aber kein Szenario macht mehr Menschen in Deutschland Angst als die unberechenbare Gefahr von Terroranschlägen. Das zumindest ist das Ergebnis der Studie Die Ängste der Deutschen. Die repräsentative Befragung beauftragt die R+V Versicherung jährlich seit 1992. Insgesamt ist das Angstlevel bei uns um sechs Prozent gesunken (46 Prozent). Aber wovor haben die Deutschen aktuell am meisten Angst? Die tz zeigt nachfolgend die Ergebnisse:

Terrorismus: Auch in diesem Jahr ist die Angst vor einem Terroranschlag an der Spitze. Dennoch ist der Wert von 73 auf 71 Prozent gesunken. Trotzdem sei es einer der höchsten Werte, der jemals in der Langzeitstudie gemessen wurde, so Brigitte Römstedt, Leiterin des R+V-Infocenters.

Politischer Extremismus: Gerade nach dem G20-Gipfel und den massiven Ausschreitungen von Linksex­tremisten sind die Befürchtungen, so etwas könnte erneut passieren, groß. Ganze 62 Prozent gaben an, über Extremismus besorgt zu sein – im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von sechs Prozent.

Spannungen durch Zuzug von Ausländern: 61 Prozent der Befragten gab an, in Folge der Flüchtlingskrise Angst davor zu haben, dass sich die Spannungen innerhalb der Bevölkerung weiter zuspitzen.

EU-Schuldenkrise: Die Griechenland-Pleite verfolgt uns seit Jahren. In vergangenen Studien war dieser Punkt oft Spitzenreiter. Auch wenn sich der Wert auf 58 Prozent gesenkt hat, ist die Angst noch immer groß, dass die EU-Schuldenkrise den Steuerzahler teuer zu stehen kommt.

Schadstoffe in Nahrungsmitteln: Seit Wochen rangiert ein Thema ganz oben, wenn es um unser Essen geht: Fipronil. Der Skandal um verseuchte Eier hat ganz Europa aufhorchen lassen. Kein Wunder, dass die deutsche Angst vor Schadstoffen in unserem Essen wächst. 58 Prozent machen sich Sorgen – einer der wenigen Werte, der im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt gestiegen ist.

Naturkatastrophen: Ebenfalls und stärker gestiegen ist die Angst vor Naturkatas­trophen. Nach einem Sommer voller Regen und Überschwemmungen und mit aktuellem Blick auf die Hurrikan-Schäden in der Karibik nicht verwunderlich. 56 Prozent sorgen sich. Zum Vergleich: Im letzten Jahr waren es noch 52 Prozent.

tz

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