Behörde nimmt Eltern die Kinder weg

Nürnberg/Kelheim - Nach den Misshandlungsvorwürfen gegen Eltern aus Niederbayern bleibt das Sorgerecht für die acht Kinder vorläufig beim Jugendamt. Erst hatte das Paar Beschwerde eingelegt, diese jetzt aber wieder zurückgezogen. Wann endgültig über diesen Fal entschieden wird, ist weiterhin unklar.

Das Kelheimer Amtsgericht hatte in einer Eilentscheidung festgelegt, dass die sieben Mädchen und ein Bube den Eltern weggenommen werden. Das sogenannte Aufenthaltsbestimmungsrecht wurde auf die Behörde übertragen.

Dagegen hatte das Paar Rechtsmittel beim Nürnberger Oberlandesgericht eingelegt. Nach Angaben eines Justizsprechers vom Dienstag wurde die Beschwerde nun zurückgezogen. Da die Anordnung bislang nur auf einer Einstweiligen Verfügung des Gerichtes beruht, muss es aber später noch ein Hauptverfahren beim Familiengericht in Kelheim geben. Wann der Fall dort endgültig entschieden wird, ist noch nicht bekannt.

Einige Kinder hatten ihren Lehrern und Erziehern berichtet, dass sie zuhause mit Kochlöffeln geprügelt und in ihren Zimmern eingesperrt würden. Sie müssten daher manchmal auch in den Kinderzimmern ihre Notdurft verrichten, sagten die bis zu elf Jahre alten Kinder aus. Die Mädchen, das jüngste ist noch im Babyalter, wurden in einer Pflegefamilie und einem Kinderdorf untergebracht. Der neunjährige Bruder lebt in einem Heim.

Wegen der Misshandlungsvorwürfe ermittelt auch die Kriminalpolizei gegen die aus einem Kelheimer Vorort stammenden Eltern. Bei den Vernehmungen haben die meisten Kinder aber keine Angaben gemacht. In einem Zeitungsinterview hatten die 36 Jahre alte Frau und der 37 Jahre alte Mann die Vorwürfe zurückgewiesen.

dpa

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