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Hat Plastiktüten aus dem Sortiment verbannt; Penny-Bezirksleiter Sebastian Feger (re.), hier mit Helmut Schmidt, 2. Werkleiter beim Abfallwirtschaftsbetrieb München.

62 Millionen Einwegtaschen im Jahr

Bei diesem Discounter haben Plastiktüten jetzt Hausverbot

Discounter Penny setzt jetzt auf Permanenttragetaschen aus Recyclingmaterial, um die Müllproduktion zu reduzieren.

München - Unsere Meere versinken im Müll. Und auch in den Städten türmt sich der Unrat. Um dem entgegenzuwirken, setzen immer mehr Läden auf Nachhaltigkeit. Am Donnerstag hat der Lebensmittel-Discounter Penny in der Filiale an der Züricher Straße in Fürstenried symbolisch die letzte Plastiktüte aus dem Sortiment genommen. Damit verzichtet nach Rewe nun die zweite große Handelskette auf Einwegtaschen aus Kunststoff.

In der EU liegt der Pro-Kopf-Verbrauch von Plastiktüten jährlich bei 198 Stück. In Deutschland gingen im vergangenen Jahr zwar nur 71 Tüten pro Kopf über die Ladentheke. Aber auch das sei noch zu viel, sagt Sebastian Feger (32), Bezirksleiter bei Penny. Schließlich hat der Lebensmittel-Discounter allein im letzten Jahr mehr als 62 Millionen Einwegtüten verkauft. Übereinander gestapelt würde das einen knapp 1000 Meter hohen Plastikturm ergeben. „Eine solche Menge ist nicht länger tragbar“, findet Feger.

Deshalb will der 32-Jährige seine Kundschaft jetzt gezielt dazu auffordern, auf umweltfreundliche Permanenttragetaschen aus Recyclingmaterial (99 Cent) umzusteigen: Wer sich auf die nachhaltige Neuerung einlässt, spart bei jedem Einkauf mit der mitgebrachten Tüte zehn Cent. Diesen Betrag will das Unternehmen am Ende des Jahres an eine gemeinnützige Organisation spenden.

Im nächsten Schritt will der Bezirksleiter die Obst- und Gemüsetheke seines Marktes umweltfreundlich umrüsten, um Verpackung einzusparen. Dabei sollen zunächst die Hartschalenfrüchte, dann die Kartoffeln mit Laser-Tattoos bedruckt werden. Schließlich ist die Verpackung der eigentliche Übeltäter.

Nach Angaben des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM) ist die bundesweite Verpackungsproduktion innerhalb der vergangenen zehn Jahre um 30 Prozent gestiegen. So entstünden jedes Jahr rund 1,5 Millionen Tonnen Müll. Das Fatale daran ist, dass Plastik zum Teil mehrere hundert Jahre lang zum Verrotten braucht. Laut Helmut Schmidt, Zweiter Werkleiter beim AWM, könnte in diesem Fall ein Blick nach Italien lohnen. Dort würden die Verpackungen schon seit Längerem aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt – wenn auch zum Teil aus genmanipulierten Materialien. „In der Hinsicht muss definitiv noch nachgebessert werden“, sagt Feger.

Bis es so weit ist, will der Bezirksleiter vor allem auf recycelbare Tragetaschen setzen. Für Schmidt ist die Tütenaktion der Lebensmittel-Discounter hinsichtlich der Unmengen an Verpackungsmüll zwar erst einmal nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Trotzdem freue ich mich über jede Initiative, die Abfall vermeidet und dabei die Umwelt schont.“

Sarah Brenner

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