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Benjamin Idriz will ein Islam-Zentrum in München aufbauen.

Trotz Schwindel: Stadt vertraut Imam Idriz

München - Obwohl sich Benjamin Idriz mit einem Magistertitel schmückte, den er nicht besitzt, setzt die Stadt München im Aufbau eines Islam-Zentrums weiter auf den Penzberger Imam.

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Für Benjamin Idriz steht viel auf dem Spiel: seine Glaubwürdigkeit. Die ist wohl die wichtigste Voraussetzung dafür, dass der Penzberger Imam sein Ziel erreicht, in München ein Islam-Zentrum aufzubauen. Doch an der Glaubwürdigkeit des Imam ist in den vergangenen Tagen gekratzt worden, als bekannt wurde, dass Idriz sich mit einem Magistertitel geschmückt hatte, den er nicht besitzt. Aus dem Rathaus jedenfalls bekommt Idriz nun Rückendeckung. „Das Vertrauen ist nicht zerstört“, sagte Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne). „Wir können mit ihm weitermachen.“

Wie berichtet, war das Politmagazin „Report München“ bei seinen Recherchen auf den fragwürdigen Magistertitel gestoßen. Diesen hatte Idriz auf der Internetseite der Islamischen Gemeinde Penzberg für sich in Anspruch genommen. Ein Fehler, wie Idriz einräumen musste. Monatzeder forderte den Imam daraufhin auf, zu erklären, wie es sich denn mit dem Titel verhalte.

Dass hat Idriz getan. Er wies unter anderem aus, dass er durchaus in Beirut studiert und Prüfungen in zwölf Fächern abgelegt habe, „die die Berechtigung zur Fertigung der Magisterarbeit auslösen“. Zur Prüfung aber kam es dann nicht mehr. Demzufolge ist auf der Homepage der Penzberger Gemeinde nun nur noch von einem Masterstudium die Rede. Der Fehler setzte sich trotzdem fort. Auch in dem Buch „Islam mit europäischem Gesicht“, das Idriz mit herausgegeben hatte, taucht der Magistertitel auf. Ein Missgeschick, wie Idriz einräumte. Der Text von der Homepage sei „leider in den Verlag gegangen“.

Das Islam-Zentrum „Ziem“ werde nicht daran scheitern, dass Idriz im Internet den Magistertitel ausgewiesen habe, sagte Monatzeder. Er könne mit dem leben, was Idriz ihm vorgelegt habe. Zugleich betonte Monatzeder, dass Idriz zwar wichtig für das Projekt sei, aber auch viele andere Personen daran beteiligt seien.

Gegenüber unserer Zeitung erklärte Benjamin Idriz, er sehe in den Vorwürfen den Versuch, „mich und mein Projekt zu diskreditieren“. Seine akademische Ausbildung habe weder etwas mit seiner Tätigkeit als Imam noch mit dem geplanten „Zentrum für Islam in Europa – München“ zu tun.

Derweil bleibt Idriz zuversichtlich, die Finanzierung des rund 30 Millionen Euro teuren Projekts doch noch hinzubekommen. Er hofft auf einen Geldgeber aus den Golfstaaten. „Wir sollten 2012 eine klare Antwort haben.“

Matthias Kristlbauer

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