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Die Birkkarspitze (2749 Meter) im Karwendelgebirge.

In einer Biwakschachtel überlebt

Bergnot: Münchner knapp eine Woche lang im Schnee gefangen

Diese Karwendel-Tour werden zwei Bergsteiger aus München und Hauenstein nicht so schnell vergessen. Mehrere Tage mussten sie auf der Birkkarspitze (2749 Meter) in einer Biwakschachtel ausharren.

München - Sie wollten überleben – und „haben die richtige Entscheidung getroffen“. Der Scharnitzer Bergwachtchef Thomas Lehner spricht über die zwei Alpinisten aus München (30) und Hauenstein (32/Rheinland-Pfalz). Die beiden Brüder gerieten bei ihrem Aufstieg zur Tiroler Birkkarspitze, dem höchsten Gipfel im Karwendelgebirge, in akute Bergnot – mehr noch: in Lebensgefahr. Offenbar hatten sie den prognostizierten Wetterumsturz unterschätzt. Das Glück der beiden: Sie fanden in einer kleinen Holzhütte, ungefähr 200 Meter unterhalb des Gipfels, eine Zuflucht. Das Duo war knapp eine Woche gefangen im Schnee. Wahrlich eisige Ostern. Am Freitagmorgen konnten sie mit einem Polizeihubschrauber aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Wohlauf landeten sie in Scharnitz. Eine frühere Rettung war aufgrund des Wintereinbruchs und der damit verbundenen schlechten Sichtverhältnisse unmöglich.

Das deutsche Duo war am Karfreitag von Scharnitz zum Karwendelhaus aufgebrochen. Wahrscheinlich am nächsten Tag ging es weiter zur Birkkarspitze. „Zweimal täglich hatten die Brüder ihre GPS-Daten übermittelt“, teilt ein Sprecher der Tiroler Landespolizei mit.

Ab Ostersonntag blieben diese unverändert, was deren Mutter stutzig machte, sie informierte die Sicherheitsbehörden.

Schnell stellte sich heraus, dass die beiden Abgängigen in einer Biwakschachtel Unterschlupf vor dem schlechten Wetter fanden. Bergwachtchef Lehner spricht aufgrund des Neuschnees (bis zu eineinhalb Meter) von „sehr hoher Lawinengefahr“.

So mussten sich die zwei Bergsteiger in der kleinen Holzhütte für mehrere Tage einrichten. „Die Männer gaben telefonisch bekannt, dass sie ausreichend versorgt und wohlauf seien“, sagt der Polizeisprecher. „Sie waren sehr gut ausgerüstet“, bestätigt auch Lehner. Auf acht Quadratmetern harrten die beiden in ihren dicken Schlafsäcken in der unbeheizten Unterkunft direkt im Fels aus. Zudem hatten sie einen Kocher dabei und ausreichend Wasser. „Die Rationen haben sie sich gut eingeteilt“, erzählt der Scharnitzer Bergwachtchef. „Sie hätten noch zwei weitere Tage ausgehalten.“

Zum Glück gab es am Freitag ein Zwischenhoch. Das bedeutete freie Sicht für die Helikopter-Crew. Der Einsatz ging dann relativ schnell über die Bühne: Schon gegen 10.30 Uhr nahmen die erleichterten Eltern im Tal die Brüder in Empfang.

tz

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