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Hat drei große Narben davongetragen: Bernhard B. wurde durch die Messerattacke schwer verletzt.

Täter ist geständig

Am Sendlinger Tor niedergestochen - jetzt sagte er vor Gericht aus

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Bernhard B. wird während einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen am Sendlinger Tor mit einem Messer verletzt. Nun sagte er vor Gericht aus. Der Täter schrieb ihm einen Brief. 

München - Nur aus Versehen war Bernhard B. (29) am Sendlinger Tor umgestiegen - nachts, auf dem Weg nach Hause. Doch das kostete ihn beinahe sein Leben: Im Sperrengeschoss wurde er brutal niedergestochen. „Dreimal von hinten in den Oberkörper“, sagt der Fräser. Am Donnerstag musste er vor Gericht aussagen.

Justin R. (21) ist wegen versuchten Totschlags angeklagt. Sein Anwalt Christian Gerber erklärte: „Die Vorwürfe werden eingeräumt. Er war derjenige, der zugestochen hat. Es ist nicht das Ziel der Verteidigung, eine Notwehr-Situation zu konstruieren.“ An die folgenschwere Nacht hat Justin R. angeblich nicht mehr viele Erinnerungen.

Zwei Gruppen treffen am frühen Morgen aufeinander

Richterin Sigrun Broßardt half ihm und ließ das Video einer Überwachungskamera abspielen. Darauf ist zu sehen, wie die zwei Gruppen in der Nacht des 10. September 2016 gegen halb fünf Uhr morgens aufeinander treffen. „Einer von denen stellte sich zwischen uns und pöbelte herum“, so Bernhard B. Es kam zum Streit. 

„Ich habe mich erst eingemischt, als mein Cousin geschlagen wurde“, sagt B. Er zog einen der Schläger von ihm weg. „Der Typ versuchte, mich zu boxen, aber traf nicht. Ich schlug zurück, um mich zu wehren. Und noch mal, als er wieder aufgestanden ist.“

Hat sich bei Bernhard B. in einem Brief entschuldigt: Justin R. griff an jedem verhängnisvollen Morgen zum Messer.

Blutlache erst spät entdeckt

Bernhard B. hat die Situation scheinbar unter Kontrolle. Doch am Boden bildet sich eine Blutlache. „Den Stich habe ich erst nicht gemerkt“, sagt er. „Ich dachte, ich bin geschubst worden.“ Doch seine Freunde erkennen, wie ernst die Situation ist - und raten B., sich hinzulegen, nachdem die Schläger-Truppe geflohen war. „Sie haben meine Wunde mit den Händen abgedrückt“, sagt er. „Im Sanka wurde ich bewusstlos.“

Zehn Monate ist der Vorfall nun her. Aber man spürt, wie nahe es dem 29-Jährigen noch geht. Tagelang hatte er im Krankenhaus gelegen, wurde nach der Attacke operiert und benötigte sogar Blutkonserven. „Bis Januar war ich krankgeschrieben“, sagt er. „Ich leide unter Schlafstörungen und habe alles noch nicht richtig verarbeitet.“

Drei große Narben werden Bernhard B. immer an die Tat erinnern. Aus dem Gefängnis hatte der Messerstecher ihm einen Brief geschrieben. „Er möchte die volle Verantwortung für seine Tat übernehmen“, sagt Verteidiger Christian Gerber. Weil Justin R. schon mehrfach vorbestraft ist, droht ihm nun eine lange Haftstrafe. Und Bernhard B.? Er wünscht sich einfach wieder einen normalen Alltag. „Und dass mir so etwas Schreckliches nie wieder passiert.“

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