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Aktionskünstler Kastner vor Gericht.

Beschädigtes Kriegerdenkmal

Gericht verwarnt Aktionskünstler Wolfram Kastner

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Der Münchner Künstler Wolfram Kastner provoziert gerne – nun musste er sich für eine seiner Aktionen wegen Sachbeschädigung und Störung der Totenruhe vor dem Amtsgericht verantworten. Er kam allerdings mit einer Verwarnung davon, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. 

München - Stein des Anstoßes war ein Gefallenendenkmal an der Dachauer Straße gewesen. „Sie starben für Deutschlands Ruhm und Ehre – Den Toten der bayerischen Eisenbahntruppe“, steht darauf geschrieben. Der Künstler hatte sich an der Inschrift gestört – und das Denkmal im Februar 2015 eigenmächtig mit einem Schraubenzieher umgearbeitet. Er entfernte einige Buchstaben und machte so aus „Ruhm und Ehre“ ein „Unehre“. Die entfernten Buchstaben schickte er in einem Päckchen an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach Berlin. Verbunden mit dem Vorschlag, das Denkmal zumindest mit einer kommentierenden Ergänzungstafel zu versehen. Später brachte Kastner gemeinsam mit einem Bekannten eine Tafel mit einem Friedensappell am Denkmal an. Bei der Entfernung wurde ein Stein beschädigt. 

Auch wenn Kastner vor Gericht mit einer Verwarnung davongekommen ist – sie wurde „mit Strafvorbehalt“ von 40 Tagessätzen ausgesprochen, einer Art „Geldstrafe auf Bewährung“. Das aber will Kastner nicht hinnehmen und das Urteil anfechten. In einer Mitteilung schreibt er: „Ich soll mich ein Jahr lang durch Untätigkeit angesichts eines solch eines kriegslüsternen, von der Bundeswehr bekränzten Unsinnsmals bewähren? Das geht nicht.“

Erst kürzlich hat Kastner am Landgericht München I den Prozess um das Grabmal auf der Fraueninsel im Chiemsee verloren. Er darf künftig keine weiteren Kunstaktionen an der Gedenkstätte für den Nazi-Kriegsverbrecher Alfred Jodl ausüben.

jv

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