Gericht verurteilt 38-Jährigen

Bestellungen beim Drogen-Bäcker

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Verdächtige Kuchenbestellungen reichten dem Amtsgericht, um einen 48-jährigen Münchner wegen vorsätzlichen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln zu drei Jahren Haft zu verurteilen. Eine SMS-Korrespondenz diente als Beweismittel

München - Das Handy des Sohnes gab den Ausschlag für den Richter. Denn: Darauf fanden sich SMS mit dubiosen Bestellungen von Gebackenem.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 48-jährige Betonbauer Ende Mai und Anfang Juni 2015 jeweils 50 Gramm Heroin von einem Dealer zum Weiterverkauf erworben hatte. Der Angeklagte bestritt bis zuletzt sowohl den Erwerb als auch den Verkauf. Laut Gericht hatte er angegeben, dass er seine Wohnung im betreffenden Zeitraum gar nicht verlassen habe können, weil er sich wegen einer Infektionskrankheit mit offenen Wunden herumplagte.

Seiner Darstellung schenkte das Gericht keinen Glauben. Die Polizei hatte das Handy des Sohnes auslesen lassen, das der Angeklagte zum SMS-Schreiben nutzte. Darauf hätten sich mehrere Nachrichten befunden, in denen er seinen Lieferanten aufforderte, an offenbar abgemachte Treffen zu denken, weil „alle Kuchen weg“ seien oder „Opa 50 Jahre alt“ werde und der Betreffende „wieder Kuchen bringen“ solle. Der Angeklagte rechtfertigte sich vergeblich, er habe lediglich von einem Freund eine Silberkette, die 50 Gramm gewogen habe, erstanden. Und weil dieser Freund beim Bäcker gearbeitet habe, habe er von ihm öfter Kuchen bekommen. Das Gericht sah die Texte hingegen als verklausulierte Botschaften. Darüber hinaus sei den Nachrichten zu entnehmen, dass die Käufer sich über die Qualität der Ware beschwerten. Der Angeklagte hatte geschrieben, dass „Leute wegen der weißen Punkte schimpfen“. Für ein „vollendetes Handeltreiben“ würden „verbindliche Bestellungen“, wie sie der Angeklagte getätigt habe, reichen.

In das noch nicht rechtskräftige Urteil wurde ein Urteil aus dem April vergangenen Jahres mit einbezogen, als der 48-Jährige bereites zu einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden war.

Rubriklistenbild: © dpa

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