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Von der Akupunktur-Puppe bis zum Katzenstreu: Robert Gräcmann zeigt, was in Bus und Bahn liegen bleibt.

Am Mittwoch wird versteigert

Suppenkelle und Zahnspange: Zu Besuch im MVG-Fundamt

München - Mehrere tausend Gegenstände landen im Monat im MVG-Fundbüro. Was in der U-Bahn, der Tram oder dem Bus vergessen wird, landet hier. Am Mittwoch werden   

Der Raum im ersten Stock der Elsenheimerstraße 61 ist nicht groß, und doch findet so einiges Platz: 300 Handys zum Beispiel, unzählige Taschen und gleich mehrere Ständer voll mit Handschuhen. Hier in Laim residiert das Fundbüro der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Alles, was in U-Bahn, Bus und Tram liegen bleibt, schlägt hier früher oder später auf – vorausgesetzt, ein ehrlicher Finder gibt es ab.

Mehrere tausend Gegenstände durchlaufen das Fundbüro jeden Monat, schätzt Robert Gräcmann, Leiter der Aufbewahrungsstelle. Rund die Hälfte wird von den Besitzern wieder abgeholt. „Bei Zahnspangen und Musikinstrumenten liegt die Rücklaufquote aber höher – bei fast 100 Prozent.“

Erst seit 2014 gibt es ein eigenes MVG-Fundbüro

Erst seit 2014 hat die MVG ihr eigenes Fundbüro. Davor wurden die Fundgegenstände aus den öffentlichen Verkehrsmitteln im städtischen Fundbüro an der Ötztalerstraße gesammelt. Das Sammelsurium der Fundsachen, die am neuen Standort in Laim lagern, ist so bunt wie die Masse der Menschen, die täglich in Münchens Nahverkehrsmitteln unterwegs sind.

Neben Alltagsgegenständen findet sich auch das eine oder andere kuriose Stück: ein Akupunkturmodell zum Beispiel und eine Tafel Gold. Auch eine Industriesuppenkelle ist Gräcmann im Gedächtnis geblieben. „Meistens erinnert man sich aber vor allem an die Verlierer“, erzählt der Herr über die verlorenen Dinge. Er erzählt von Eltern, die überglücklich das Kuscheltier in Empfang nahmen, ohne das der Sprössling nun schon mehrere Nächte kaum schlafen konnte. Ein Trompeter fällt ihm ein, der sein Instrument nach dem Oktoberfestumzug in der U-Bahn liegen ließ. Der habe sich narrisch darüber gefreut, das liebgewordene Instrument wieder zum Klingen bringen zu können. Eine Freude, die Gräcmann teilt. „Es macht schon Spaß, wenn wir Dinge wieder zurückgeben können“, sagt er.

Man forscht auch nach

Damit das so oft wie möglich gelingt, leistet das Fundbüroteam Detektivarbeit, wenn sich der Verlierer nicht von selbst meldet. Ausweise und Visitenkarten in Geldbeuteln können genau so ein Hinweis auf den Besitzer sein wie Kontodaten auf Kassenzetteln und die zuletzt angerufenen Nummern im Telefon. „Wir versuchen, so viel wie möglich wieder loszuwerden“, erklärt Gräcmann lachend. Meldet sich ein Finder, sollte er in der Lage sein nachzuweisen, dass der verlorenen Gegenstand auch wirklich ihm gehört. Je wertvoller, umso strenger fragen die Mitarbeiter des Fundbüros nach.

Katzenstreu und Toilettenpapier: Wir heben alles auf

Einige der Dinge in Gräcmanns Regalen vermissen die Besitzer aber offenbar nicht genug, um im Fundbüro nachzufragen. Dabei haben es die Finder sicher gut gemeint, als sie einen großen Sack Katzenstreu und eine Packung Toilettenpapier abgaben. Trotzdem: „Wir heben alles auf“, sagt Gräcmann. „Denn nach dem Fundrecht gehört es nicht uns.“

Deshalb verwahrt das MVG-Büro jedes Fundstück mindestens sechs Monate lang. Meldet sich in dieser Zeit kein Eigentümer, versteigert die MVG den Gegenstand. Aber auch danach müssen die ehemaligen Besitzer nicht leer ausgehen: Den Erlös aus dem Verkauf ihres Besitzes können sie noch drei Jahre nach dem Auktionstermin für sich in Anspruch nehmen. Erst danach geht das Geld an die MVG.

Nach sechs Monaten darf versteigert werden

Und da die Regale der MVG schon wieder gut gefüllt sind, findet kommenden Mittwoch die zweite Versteigerung von Fundsachen aus den öffentlichen Verkehrsmitteln statt. Zu ersteigern gibt es unter anderem Fahrräder, Elektronikartikel und Überraschungstaschen. Zum ersten Mal findet die Veranstaltung im MVG-Museum statt. So will man noch mehr Bietern eine Chance auf ein Schnäppchen geben – und im Fundbüro neuen Platz schaffen für die Besitztümer vergesslicher Bus- und Bahnfahrer.  

Münchens schönste U-Bahnhöfe

Die Versteigerung findet am Mittwoch, 18. Mai, im MVG-Museum, Ständlerstraße 20, statt. Einlass und Vorbesichtigung ist ab 9.30 Uhr. Von 11.30 bis 14 Uhr findet der erste Teil der Versteigerung statt, von 14.30 bis 17 Uhr der zweite Teil. Das Fundbüro bleibt am Mittwoch geschlossen.

Annika Schall

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