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Lösen sich von selber ab: Starkoch Alfons Schuhbeck und Fußballprofi Bastian Schweinsteiger.

Stadt lässt Plakate entfernen

Bettler-Werbung: Polizei ermittelt

München - Die Stadt hat damit begonnen, die Aufkleber der dubiosen Bettler-Werbung entfernen zu lassen. Wer hinter der Aktion steht, ist nach Angaben der Polizei noch immer unklar.

Unbekannte hatten Anfang der Woche Dutzende Aufkleber in der Innenstadt angebracht – überwiegend südlich des Hauptbahnhofs. Noch heute sind diese an Häusern, Laternen, Verkehrsschildern und Parkschein-Automaten zu finden. Auf den Aufklebern werben diverse Prominente ohne ihr Wissen mit fingierten Zitaten für Spenden zu Gunsten von Bettlern. So wurde zum Beispiel FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß das Zitat untergeschoben: „Immer etwas Geld für Bettler dabei haben, das ist mein Financial Fairplay.“ Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) wird in den Mund gelegt: „Unsere weltoffene Stadt hat auch Platz für Bettler.“ Und bei Bastian Schweinsteiger steht: „Wer Bettler foult, gehört ins Abseits!“ Weitere Opfer sind Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt, Heidi Klum, Alfons Schuhbeck, die Sänger Peter Maffay und Lena Meyer-Landrut sowie die Schauspieler Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec. Keiner wusste von der Kampagne.

Das Polizeipräsidium München bewertet die Angelegenheit nach Angaben eines Sprechers als Ordnungswidrigkeit gemäß dem Bayerischen Presse-Gesetz, da die Aufkleber sogenannte Druckwerke darstellen, aber über kein Impressum verfügen. Ferner stehe ein Verstoß gegen das Kunst-Urheber-Gesetz im Raum. Dies sei laut dem Polizei-Sprecher allerdings ein Antragsdelikt. Heißt: „Um hier tätig zu werden, benötigen wir einen Strafantrag der Betroffenen“, erläutert der Polizei-Sprecher. Mindestens eines der Opfer hätte Anzeige erstatten müssen – was bis Donnerstag aber noch nicht der Fall war.

Bettler-Werbung mit Promis

Bettler-Werbung mit Promis

Die Polizei hat Ermittlungen nach dem Urheber der Aktion aufgenommen, bislang aber ohne Ergebnis. Konkrete Hinweise, ob womöglich eine Bettler-Bande oder zum Beispiel eine linke Gruppierung dahinter steckt, liegen bislang nicht vor.

Mitarbeiter des städtischen Baureferats haben unterdessen am Donnerstag damit begonnen, besonders die Parkautomaten von den Aufklebern zu befreien. An der Landsberger Straße seien an manchen Automaten bis zu sechs der fingierten Wapperl angebracht worden. Viel kratzen müssen die städtischen Mitarbeiter nicht. Die feuchte Witterung hat den nur wenig robusten Stickern stark zugesetzt: Viele lösen sich bereits von selbst ab.

Sven Rieber

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