Bildungs-Campus Freiham nimmt Gestalt an

München - Nächste Runde für Sportpark und Bildungscampus Freiham: Im Realisierungswettbewerb für die Infrastrukturprojekte hat das Schiedsgericht wichtige Weichen gestellt.

Von Peter T. Schmidt

Beim Sportpark waren sich die Juroren einig: Er soll nach dem Entwurf des Berliner Büros Georg Scheel Wetzel (mit Garten- und Landschaftsarchitekten Lützow 7/C. Müller/J. Wehberg, Berlin) verwirklicht werden.

Der Park umfasst drei Dreifach-Sporthallen, eine davon als geschlossene Sportarena mit 2000 Zuschauerplätzen ausgeführt, ein Schulschwimmbad, eine Freisportanlage mit Betriebsgebäude, eine Kletter- und Boulder-Anlage sowie Mehrzweckräume und ein Vereinsheim mit Gaststätte.

Der Siegerentwurf ordnet die Sportflächen rechtwinklig zu den Gebäuden an, wobei die Gaststätte zentral am Hauptspielfeld liegt, während Multifunktionshalle und Schwimmbad in eigenen Baukörpern untergebracht sind. Besonders gefallen haben der Jury „die raffinierten getrennten Zugänge einzelner Institutionen“. Die beidseitige Erschließung der Sportbauten verhindere, dass es ein Vorne und ein Hinten gibt. Dies belebe die Anlage und schaffe „interessante Sichtbezüge zwischen und durch die Bauten durch“.

Beim Bildungscampus fiel der Jury die Entscheidung nicht so leicht. Eine fünfzügigen Grundschule mit Doppelsporthalle, ein Förder- und Kompetenzzentrum mit 19 Klassen, eine fünfzügige Realschule und ein sechszügiges Gymnasium sollen hier, wenige hundert Meter vom S-Bahnhof Freiham entfernt, entstehen. Die vier unterschiedlichen Schultypen sollten auf dem Campusgelände so anordnet werden, dass sie Einrichtungen wie Bibliothek und Mensa gemeinschaftlich nutzen können, hatten die Auftraggeber den Planern ins Pflichtenheft geschrieben. Zudem soll die Anlage im Sinn des Aktionsplans „München wird inklusiv“ Schülern mit unterschiedlichsten Formen von Behinderungen gerecht werden.

Aus 38 Wettbewerbsbeiträgen hatte das Preisgericht zwölf in die engere Wahl gezogen. Doch vollends überzeugt hat auch in der zweiten Runde keiner der Lösungsvorschläge. Drei Entwürfe sollen nun nochmals überarbeitet werden.

Das Münchner Team Felix Schürmann/Ellen Dettinger setzt auf kammartig aufgereihte Baukörper, zusammengehalten über mittige und seitliche Gänge: Die Jury lobte Raumaufteilung, Umgang mit Licht und Lärmschutz, vermisste aber eine „einladenden Geste zum Stadtraum“.

h4a Gessert + Randecker Architekten (Stuttgart) ordnet die Gebäude um eine große zentrale Freifläche an. Das Lernhaus-Konzept sei konsequent umgesetzt, lobt die Jury. Bei der internen Erschließung gebe es noch Verbesserungsbedarf.

Georg Scheel Wetzel Architekten (Berlin), die ersten Preisträger beim Sportpark, haben mäanderförmige Gebäudezüge an den Außenkanten des Campus-Areals gewählt. „Die Vision eines Campus ist überall spürbar und verleiht dem Ort eine unverwechselbare Aura“, lobt die Jury. Die städtische Atmosphäre des Stadtteils werde aufgenommen und fortgeschrieben.

Die Wettbewerbsbeiträge werden bis 20. November in der Halle des Technischen Rathauses, Friedenstraße 40, öffentlich ausgestellt. Geöffnet Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr.

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