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Gemüse aus Bio-Anbau soll verstärkt in die Kitas.

Besser essen

Bio-Netzwerk: München als Vorreiter

München - Zwölf deutsche Städte gründen Netzwerk, um das Angebot zu erhöhen - darunter auch München. Gemeinsam soll die Bio-Landwirtschaft in der Region gefördert werden.

München hat zusammen mit elf anderen deutschen Städten ein Bio-Netzwerk gegründet. Die Verantwortlichen wollen gemeinsam politischen Einfluss ausüben und in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Kitas bevorzugt Bio-Produkte servieren.

An dem gestern in Augsburg gestarteten Projekt beteiligen sich zunächst Kommunen aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen sowie die Stadt-Staaten Hamburg und Bremen. Die Städte hoffen auf weitere Gemeinden oder Landkreise, die sich dem Netzwerk anschließen. Sie wollen in Schulen, Kitas, Kantinen und bei Veranstaltungen bevorzugt ökologisch produzierte Nahrung verwenden sowie die Bio-Landwirtschaft in der Region fördern. Dies alles wurde in einem Kooperationsvertrag festgehalten. Basis des Netzwerks ist eine bereits länger bestehende Zusammenarbeit der drei größten bayerischen Städte München, Nürnberg und Augsburg. Nun sind auch Städte wie Darmstadt, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Ingolstadt und Lauf an der Pegnitz in Mittelfranken mit eingebunden.

München trägt das Siegel Biostadt seit 2006, nachdem der Stadtrat beschlossen hatte, Lebensmittel aus ökologischem Anbau zu unterstützen. Dabei gibt es drei Schwerpunkte: Bio in der städtischen Verwaltung, Bio in der Gastronomie und Bio für Kinder. Bürgermeister Josef Schmid (CSU) hob gestern vor allem den Aspekt der Ernährung von Kindern hervor. In den Kitas der Millionenstadt seien bereits mehr als die Hälfte der Lebensmittel biologisch, sagte Schmid. „Bei Fleisch liegt der Bio-Anteil sogar bei 90 Prozent.“

München gilt als Vorreiter der Initiative. Die Landeshauptstadt hat zehn eigene Öko-Gutshöfe, die insgesamt rund 2500 Hektar bewirtschaften. Schmid verwies darauf, dass auch auf dem Oktoberfest, den Dulten und dem Christkindlmarkt zahlreiche Bio-Anbieter vertreten seien. Zudem gebe es drei städtische Bio-Kantinen. München wolle dieses Ernährungsbewusstsein weiter schärfen, etwa auch eine entsprechende Beratung an Schulen anbieten.

Die Städte wollen nicht nur selbst verstärkt Bio einkaufen, sondern auch bei den Bürgern und den Unternehmen für ökologische Produkte werben. Wenn kommunale Ackerflächen neu verpachtet werden, sollen dabei Bio-Höfe bevorzugt werden.

Ein weiteres Ziel ist die Zusammenarbeit mit dem internationalen Städtebund „Città del Bio“, dem Nürnberg 2007 als erste deutsche Stadt beigetreten ist. Überwiegend italienische Kommunen sind in diesem Städtebund vereint. Die Städte in Italien seien Deutschland bei diesem Thema „um Nasenlängen voraus“ gewesen, sagte der Nürnberger Umweltreferent Peter Pluschke (Grüne).

Klaus Vick

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