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Ausgerollt: Münchens Skater müssen das Gemeinschaftserlebnis auf abgesperrten Straßen wohl abschreiben.

Sponsor abgesprungen

Ausgerollt: Blade Night findet nicht mehr statt

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Nach dem Absprung des Förderers AOK sagt Green City die Münchner Blade Night ab. Jetzt wird ein neuer Sponsor gesucht, dann ließe sich doch noch etwas retten. 

München - Der Bladenight geht die Luft aus – just in dem Jahr, in dem sie volljährig geworden wäre. Seit 1999 hatte Europas größte Nachtskate-Veranstaltung jeden Sommer Tausenden von Freizeitsportlern ein völlig neues Stadterlebnis verschafft. Doch nun ist der Hauptsponsor AOK abgesprungen, und die Organisatoren von Green City müssen verkünden: „Die Blade Night wird es bis auf Weiteres nicht mehr geben“.

Die Genehmigungen wären vorhanden

Seit Ende 2016 habe man auf Hochtouren nach einem neuen Sponsor gesucht, berichtet Sprecherin Franziska Bär. „Aber leider ohne Ergebnis. Und die Kosten sind bereits auf ein Mindestmaß reduziert, die können wir nicht weiter senken.“

Ein letzter Hoffnungsfunke glimmt noch: „Wir haben die Genehmigung für 18 Fahrten 2017, und die Planungen stehen. Wenn wir jetzt ganz schnell einen Sponsor finden, können wir die Saison retten“, so Bär.

In den Anfangsjahren lockte die Möglichkeit, auf abgesperrten Straßen durch das nächtliche München zu gleiten, durchschnittlich 15.000 Skater pro Fahrt. Zuletzt waren es kaum mehr als 6000, doch selbst die verregnete Saison 2016 zeigte mit insgesamt 50.000 Teilnehmern, „dass die Blade Night für viele Menschen zum Münchner Lebensgefühl gehört“, wie Green-City-Geschäftsführer Martin Glöckner sagt.

Schon einmal war ein Sponsor abgesprungen

Finanzprobleme haben die Sportveranstaltung lange begleitet. Nachdem 2007 der Sponsor Löwenbräu absprang, hangelte man sich drei Jahre lang von Termin zu Termin. Erst die AOK gab den Organisatoren wieder Planungssicherheit. AOK-Direktor Robert Schurer rühmte das Spektakel seinerzeit als „einzigartige Veranstaltung“, die wunderbar ins AOK-Programm zur Gesundheitsförderung passe. Sein Credo damals: „Es darf keine Diskussion darüber aufkommen, ob die Blade Night fortgeführt werden kann.“

Das gilt jetzt nicht mehr. Die AOK dürfe als gesetzliche Krankenkasse nur in begrenztem Rahmen fördernd aktiv werden, war gestern auf Anfrage aus der Direktion Bayern zu hören. Weil man ein breites Spektrum an Aktivitäten fördern wolle, habe man sich dazu entschlossen, das Engagement bei der Blade Night nicht zu verlängern.

Größte Kosten sind Aufwandsentschädigungen und Gebühren

Ein Sponsor, der die Lücke füllen möchte, müsste knapp die Hälfte der Nettokosten der Blade Night übernehmen. Die liegen laut Bär bei 110.000 Euro im Jahr. Größte Posten sind die bescheidene Aufwandsentschädigung für die Ordner und die Gebühren, die die MVG für die Umleitung von Bussen und Trambahnen verlangt. Das Sportamt hat die Veranstaltung bisher mit einem Verlustausgleich von maximal 30.000 Euro unterstützt.

„Mit dem Ende der Blade Night geht ein Aushängeschild Münchens verloren, das als fester Bestandteil des Freizeitangebots vielfach im Tourismussektor beworben wird“, lautet die bittere Bilanz von Green-City-Chef Glöckner.

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