Nicht mehr ganz so hip: Die Blade Night hat heuer bislang 45.000 Skater angelockt. Es waren schon mal mehr – der Sommer 2016 litt Klaus Haag

Am Montag zum letzten Mal in 2016

Blade Night: "Der Hype der Anfangsjahre ist vorbei"

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München - Am Montag findet die letzte Blade Night 2016 statt – Heuer haben die Skater vor allem unter dem Regenwetter gelitten. In dieser Saison waren 45.000 auf den Rollen unterwegs.

Nach einer verregneten Saison hoffen die Organisatoren der Münchner Blade Night am kommenden Montag zumindest auf einen krönenden Abschluss. Die letzte Fahrt des Jahres ist als Mottofahrt geplant: Zwei Wochen vor Wiesn-Start sind die Teilnehmern aufgerufen, möglichst in Tracht zu erscheinen – allerdings mit Schutzausrüstung, damit eventuelle Stürze keine bösen Folgen haben.

Von 17 Terminen sind in diesem Jahr bereits acht wegen Regens ausgefallen. Das sei zwar kein Negativ-Rekord, erkläre aber die insgesamt niedrige Teilnehmerzahl, sagt Carolin Jakob, die beim Veranstalter Green City für die Blade Night verantwortlich ist. „Der Sommer war sehr durchwachsen, das Wetter hat leider oft nicht mitgespielt.“ Hatte die nächtliche Fahrt über eigens gesperrte Straßen in den 17 Jahren der Münchner Blade Night-Geschichte bisher durchschnittlich 75.000 Teilnehmer im Jahr gelockt, so kamen in dieser Saison erst knapp 45.000. Ein guter Abschluss, so hofft Jakob, könnte zumindest die 50 000 vollmachen. Stärkster Tag war der 1. August mit 8000 Teilnehmern. „Die drei Fahrten vorher sind ausgefallen“, erläutert Jakob. Die Skater-Gemeinde war also ganz wild darauf, endlich wieder fahren zu dürfen. Am 1. August stimmte dann endlich das Wetter, und es stand die Strecke Schwabing auf dem Programm – ein besonders attraktiver Kurs.

Die Zahlen der Anfangsjahre, als sich oft mehr als 10 000 Skater auf den Weg machten, erreicht die Blade Night schon lange nicht mehr. „Der Anfangs-Hype ist vorbei, und Skaten ist nicht mehr so hip“, räumt Jakob ein. Doch mit 4000 bis 6000 Teilnehmern pro Fahrt sei sie durchaus zufrieden: „Wir finden es immer noch gut, wie viele Menschen wir auf die Straße bringen“, sagt die Projektleiterin. Finanziell habe sich Europas größte Nachtskate-Veranstaltung konsolidiert. Auch der politische Gegenwind, der den Skatern anfangs heftig entgegenblies, sei abgeflaut: „Wir haben guten Rückhalt“, sagt Jakob.

Dauerproblem sind Straßenbaustellen

Ein Dauerproblem sind allerdings Straßenbaustellen, die für den Skaterzug unüberwindliche Hindernisse darstellen. Nachdem auch 2016 wegen der vielen Baustellen nur drei Strecken befahrbar waren, hofft Jakob darauf, dass im kommenden Jahr wieder eine vierte Strecke verfügbar sein wird. Das entlaste die Anwohner, weil jede einzelne Route seltener an die Reihe kommt, und es biete mehr Optionen, bei unerwarteten Problemen auszuweichen.

Für die letzte Fahrt des Jahres, die über die Tierpark-Strecke führt, haben sich die Veranstalter neben dem Trachten-Motto einige besondere Attraktionen ausgedacht. „Die sind aber noch geheim“, sagt Jakob. Nur soviel darf sie verraten: Vor dem Start wird die Blade-Night-Hymne vorgestellt. Welcher Song diesen Titel bekommt, darüber darf die Internetgemeinde derzeit auf Facebook abstimmen.

Die Party startet wie gewohnt um 19 Uhr auf dem Platz vor dem Verkehrszentrum des Deutschen Museums auf der Theresienhöhe. Um 21 Uhr beginnt die Fahrt, spätestens gegen 23 Uhr werden die Skater zurück erwartet. Ab 14 Uhr ist auf der Internetseite www.aok-bladenight.de nachzulesen, ob die Fahrt stattfindet oder wegen Regengefahr ausfällt.

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