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„Das ist man ihm als Münchner schuldig“: Inge Schulz am Kondolenzbuch .

Blick ins Kondolenzbuch für Georg Kronawitter

Wie sich die Münchner von ihrem Alt-OB verabschieden

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München - Im Münchner Rathaus liegt ein Kondolenzbuch für den verstorbenen Alt-Oberbürgermeister Georg Kronawitter aus. Wir haben die Münchner gefragt, wie sie sich verabschieden.

Mit akkurater Schrift trägt sich Inge Schulz in das Kondolenzbuch ein, das auf einem Pult neben dem Sterbebild von Georg Kronawitterliegt. „Das ist man ihm als Münchner schuldig“, sagt die 69-jährige bestimmt. Sie ist dem früheren Stadtoberhaupt in seiner ersten Amtszeitmehrfach begegnet. „Von 1969 bis 1973 habe ich den Landrat von Wolfratshausen gefahren“, berichtet die Münchnerin. „Da habe ich den Oberbürgermeister kennengelernt. Er war zu uns kleinen Fahrern immer sehr freundlich.“

Dass Kronawitter die vielzitierten „kleinen Leute“ nicht nur dann am Herzen lagen, wenn die Presse dabei war, bezeugen auch andere Einträge in dem Buch, das im ersten Stock des Rathauses vor dem Ehrenmal für die Opfer von Krieg und Vertreibung ausliegt. „Dank für die schnelle Wohnung, die Sie mir nach der Scheidung mit zwei kleinen Kindern beschafft haben“, hat jemand mit unsicherer Hand niedergeschrieben. „Das vergesse ich nie! Danke, danke, danke!“

Auch ehemalige Mitarbeiter haben ihrem früheren Chef hier einen letzten Gruß erwiesen. Eine Frau dankt „für meinen Arbeitsplatz bei der Stadt München im Rathaus“, eine andere hat geschrieben: „Einen besseren Chef hätte ich mir nie wünschen können.“

Ein Platz der Andacht - mitten auf dem Flur

Etwa 50 Einträge sind bis zum frühen Dienstagnachmittag zusammengekommen. Manche Besucher haben nur ihren Namen niedergeschrieben, andere Einträge füllen halbe Seiten. „Es ist noch wenig los, aber am Donnerstag und am Wochenende werden sicher mehr Leute kommen“, sagt der Ordner, der über das Kondolenzbuch wacht und Besuchern hilft, die richtige Seite für ihren Eintrag zu finden. Zwei Kerzen, das mit Trauerflor geschmückte Sterbebild und ein Blumengebinde der Landeshauptstadt säumen das Buch. Ein Platz der Andacht ist hier entstanden, der die auf dem Gang vorbeieilenden Mitarbeiter unwillkürlich leiser auftreten lässt.

"Ich hab' ihn schon verehrt"

Der Münchner Franz Johann Schwaiger hat sich die Treppe hinauf bemüht und tritt ans Kondolenzbuch. „Ich hab’ ihn schon verehrt“, sagt der Rentner mit Blick auf das Portrait des „Roten Schorsch“. Und dann erzählt er schmunzelnd von einer persönlichen Begegnung: „Im Wahlkampf für seine zweite Amtszeit gegen Kiesl, da ist der Kronawitter herummarschiert und hat Rosen verteilt“, erinnert sich der 76-Jährige. Auch Schwaiger bekam eine Rose. „Da hab’ ich gesagt: ,Herr Kronawitter, diesmal kann ich Sie leider nicht wählen.‘ Warum, wollte er wissen, und ich hab gesagt, weil ich vorübergehend in Planegg wohne.“ Der Rentner macht eine Kunstpause, bevor er lachend die Pointe erzählt: „Da hat er mir doch glatt die Rose wieder weggenommen!“

Kronawitter gewann die Wahl, und Schwaiger hat ihm das mit der Rose nicht übel genommen. Er kann den Einträgen im Kondolenzbuch nur zustimmen: „Einem wunderbaren Menschen ein herzliches Dankeschön“, ist da zu lesen. „Sie waren ein guter Mensch und ein super OB“. Und, ganz direkt: „Sie waren der Beste – sterben werden Sie nie!“

Das Kondolenzbuch für Georg Kronawitter liegt bis Freitag von 7 bis 19 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr im Rathaus (1. Stock, Eingang Fischbrunnen) sowie bei der Trauerfeier aus.

Alt-OB Georg Kronawitter - Sein Leben und Wirken in Bildern

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