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Hier wird jetzt geblitzt: Die neuen Blitzanlagen im Petueltunnel sind ab Donnerstag im Einsatz.

Vorsicht, Autofahrer!

Blitzer im Petueltunnel: Ab Donnerstag wird es ernst

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München - Jetzt wird es ernst für Raser: Ab Donnerstag wird im Petueltunnel dauerhaft und in beiden Richtungen geblitzt. Die Polizei will so die Zahl der Unfälle senken, die Raser verursachen.

Es war ein trauriger Spitzenreiter, den die Polizei im Februar im Petueltunnel ermittelte. Mit 118 Stundenkilometern brauste er durch den Tunnel – erlaubt sind 50. Insgesamt acht Tage lang testete die Polizei damals die neue Blitzanlage. Das Ergebnis: Allein in dieser knappen Woche waren über 2500 Fahrzeuge schneller unterwegs als erlaubt. Weil es ein Testbetrieb war, wurden die Raser nicht belangt. „Das zeigt aber, dass eine Geschwindigkeitsmessung im Tunnel notwendig ist“, sagt Andreas Schaumaier, Leiter der Verkehrsabteilung der Münchner Polizei. In der Nacht zum Donnerstag wird es ernst: ab Null Uhr gehen die Blitzer in Betrieb.

Blitzer im Petueltunnel nur mit "kleinem roten Licht"

Die meisten Geschwindigkeitssünder dürften zunächst gar nicht merken, dass sie geblitzt wurden. „Damit Autofahrer nicht geblendet werden, verwenden wir einen sogenannten Schwarzblitz“, sagt Schaumaier. „Nur wer im richtigen Moment direkt in den Blitzer blickt, der sieht ein kleines rotes Licht.“

Geblitzt wird in beiden Fahrtrichtungen des Tunnels. Drei druckempfindliche Sensoren in der Fahrbahn, jeweils einen Meter voneinander entfernt, berechnen die Geschwindigkeit des Pkw. Liegt er über dem zulässigen Tempo, werden Fahrer, das Kennzeichen sowie die Verkehrssituation per Blitz festgehalten. Der Datensatz wird automatisch an die Auswertestelle der Verkehrspolizei gesendet. Hier prüfen Beamte noch einmal den Vorgang, danach geht er an die zentrale Bußgeldstelle in Viechtach.

Der Plan, Blitzer fest im Tunnel zu installieren, existiert schon seit einigen Jahren. 110 000 Fahrzeuge brausen täglich durch den 1,5 Kilometer langen Petueltunnel – häufig sind sie zu schnell unterwegs. Weil es zu vielen Verkehrsunfällen kam, wurde im Jahr 2004 – zwei Jahre nach Eröffnung des Tunnels – die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 60 auf 50 Stundenkilometer abgesenkt.

Blitzen im Petueltunnel soll Unfallzahlen senken

„Die Unfallzahlen gingen dann zurück, blieben aber auf kontinuierlich hohem Niveau“, sagt Schaumaier. Die Zahl der Verletzten sei in den vergangenen Jahren wieder gestiegen. Konkrete Zahlen wollte er am Dienstag aber nicht nennen. In ganz München gab es 2013 laut Schaumaier 632 Verkehrsunfälle aufgrund zu hoher Geschwindigkeit. 415 Menschen wurden dabei verletzt, zwölf starben. 2010 ließ die Landeshauptstadt eine Risikoanalyse für den Petueltunnel erstellen. Der Grund: Die Sicherheitsvorschriften für Tunnels sind in den vergangenen Jahren erheblich verschärft worden. Ab 2012 rüstete die Stadt für zehn Millionen Euro nach: neue Lüftung für den Brandfall, zusätzliche Videokameras – und feste Blitzer. Einbau und Probebetrieb verzögerten sich jedoch. Nun ist die Anlage startklar.

Während im Richard-Strauß-Tunnel an gleich sechs Stellen geblitzt wird, beschränkt sich die Messung im Petueltunnel auf eine Stelle. Der nächste Tunnel am Mittleren Ring, in dem es Rasern an den Kragen geht, entsteht momentan am Luise-Kiesselbach-Platz. Hier werden moderne Blitzanlagen bereits ab der Freigabe für den Verkehr im Jahr 2015 im Einsatz sein. Andreas Schaumaier betont, die Polizei betreibe zwar die Blitzer für das bayerische Innenministerium, streiche jedoch nicht das Geld ein. Das fließt in die Kassen des Freistaats.

Angelo Rychel

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