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In Handschellen wurde Johannes L. (19) ins Gericht geführt – den Böllerwurf hat er gestanden.

Opfer leidet nach der Explosion bis heute

Nach acht Bier! ER warf Böller auf Bayern-Fan - mildes Urteil

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München - Ein 19-Jähriger wirft beim Champions-League-Spiel in der Allianz Arena einen Böller in den Fanblock und verletzt acht Menschen. Dafür stand er am Donnerstag vor Gericht.   

War es Frust über die drohende Niederlage? Oder waren es die acht Bier vor dem Spiel? So genau weiß Johannes L. (19) auch nicht mehr, was ihn dazu getrieben hat: Am 19. Oktober zündete er in der Allianz Arena beim Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen den holländischen Klub Eindhoven einen Böller an und warf ihn nach unten in den Fanblock. Dort traf das Geschoss in die Menge und verletzte acht Bayern-Fans. Am Donnerstag musste der Holländer dafür vor Gericht

Lucas F. (19) leidet seit der Attacke an Tinnitus.

Die Anklage: Herbeiführen einer Sprengstoff-Explosion! „Es tut mir so leid. Ich wollte niemanden verletzen“, sagte L. Aber die Fakten sehen anders aus: Sein Böller traf Lucas F. (19) von hinten auf der Schulter und fiel dann auf den Boden. „Ich dachte erst, mich hat ein Bierbecher erwischt. Aber dann sah ich den Feuerwerkskörper. Er ist neben mir zerfetzt“, sagt F.,der einen Hörsturz erlitt. Neben ihm saßen weitere Anhänger des FC Bayern, die bis heute über Ohren- und Kopfschmerzen, Hörprobleme sowie Schwindel klagen. Einige sagten am Donnerstag aus – und berichteten noch immer geschockt von der Böller-Attacke. Im Prozess wird klar: Dieser Böller-Wurf hätte auch tödlich enden können – wenn der Sprengkörper nicht auf den Boden gefallen wäre, sondern zum Beispiel in eine Kapuze. Lucas F. hatte noch Glück, als er sich über das Geschoss beugte. „Das hätte böse enden können für mich.“ Bis heute spürt er ein Rauschen im Ohr – „die Ärzte sagten mir, es wird vielleicht für immer bleiben“. Es sind die Folgen der Explosion!

4:1 gewann der FC Bayern an jenem Abend. Keine acht Wochen später kam es schon zum Prozess am Amtsgericht. Dort überführte der Videobeweis den holländischen Studenten. „Es war eine Dumme-Jungen-Aktion“, wertete Anwalt Nicolas Frühsorger den Böller-Wurf. Am Ende sprach das Gericht ein mildes Urteil: Johannes L. erhielt ein Jahr und vier Monate Jugendhaft, die zur Bewährung ausgesetzt werden. Sein Haftbefehl wurde aufgehoben. „Ich werde so etwas nie wieder tun“, versprach L. Er will künftig nur noch privat Fußball schauen.

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