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Die Boliden rasen wieder durchs Oval

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Fiebern dem Wettkampf entgegen: die Rennfahrer Martin Tomczyk, Rahel Frey und Robert Wickens (v. li.). foto: haag
Fiebern dem Wettkampf entgegen: die Rennfahrer Martin Tomczyk, Rahel Frey und Robert Wickens (v. li.). foto: haag

München - Im Juli findet im Olympiastadion zum zweiten Mal ein Rennen der Deutschen Tourenwagen-Masters statt. Die Show ist für die ganze Familie.

Eigentlich könnten sich die Fahrer entspannen, denn um DTM-Meisterschaftspunkte wird es im Olympiastadion nicht gehen. Und trotzdem: „Wenn die Ampel von Rot auf Grün schaltet, gibt man Vollgas“, erklärt Martin Tomczyk, amtierender DTM-Champion. „Man gibt auch hier alles und will der Beste sein.“ Der Ehrgeiz der Fahrer blieb bei der Premiere im vergangenen Jahr nicht ohne Folgen: Einige kamen in dem winkligen Kurs den Betonwänden zu nahe - vier Autos waren nach dem Rennen Schrott. „Meiner aber nicht!“, betont Tomczyk und lacht.

Am 14. und 15. Juli düsen die Boliden der Deutschen Tourenwagen-Masters zum zweiten Mal durchs Münchner Olympiastadion. 54 000 Motorsport-Fans kamen zur Premiere im vergangenen Jahr. Ein Rennen in einem Stadion, auf einer Strecke von gerade mal 614 Metern - das ist auch für die Rennfahrer außergewöhnlich. „Eine Atmosphäre wie hier kennt man sonst nicht“, sagt die Schweizerin Rahel Frey, die für Audi fährt. „Fahrerisch ist es auf jeden Fall eine Herausforderung.“

Seit dieser Woche wird der Rollrasen im Olympiastadion abgetragen, darunter kommt der für das Show-Rennen benötigte Asphalt zum Vorschein, der schon Ende Februar aufgetragen wurde. „Mit dem Champions-League-Spiel wäre das sonst alles zu knapp geworden“, erklärt Olympiapark-Sprecher Arno Hartung. Die drei Asphaltschichten müssten nun nur noch gesäubert werden.

Wenn alles fertig ist, treten die 22 DTM-Piloten, darunter Ralf Schumacher und David Coulthard, auf zwei separaten Kurzstrecken in direkten Duellen gegeneinander an. Nach dem K.o.-System kommt immer nur der Bessere weiter. Am Samstag wird in der Teamstaffel der beste Hersteller gekürt, am Sonntag kämpfen die Piloten um den Einzelsieg. Lieferten sich im vergangenen Jahr Audi und Mercedes-Benz noch einen Zweikampf, gehen heuer bei der populären internationalen Tourenwagenserie mit BMW wieder drei Hersteller an den Start.

Dank der neuen Streckenführung in Form zweier gespiegelter Kurzstrecken haben die Zuschauer jederzeit den Überblick, welcher Fahrer in den Duellen vorne liegt. Im vergangenen Jahr verliefen die schleifenförmigen Rennbahnen noch entgegengesetzt. Gleich bleibt, dass es wieder mehr um die Show als um das Sportliche gehen wird. Hans Werner Aufrecht, Vorstandsvorsitzender des ITR, der die DTM veranstaltet, möchte, dass „der Zuschauer im Vordergrund“ steht. „Motorsport zum Anfassen“ wolle man den Münchnern bieten - und so neue Fans gewinnen. Auch Familien sind bei dem Spektakel willkommen: Hüpfburg und Kinderschminken etwa richten sich an die Kleinsten. Alle Besucher können bei der DTM ganz nah an die Wagen und Fahrer heran, es gibt geöffnete Teamzelte, Autogrammstunden und geführte Fahrerlagertouren.

Außerdem fliegen die Red Bull X Fighters auf ihren Motocross-Maschinen durch das Stadion, der Engländer Terry Grant lässt bei seiner Stuntshow die Reifen quietschen.

Warum die Veranstalter den „Spaß-Aspekt“ vielleicht so hervorheben: Auch im kommenden Jahr werden wahrscheinlich wieder keine DTM-Meisterschaftspunkte vergeben. „Das müssen wir schon realistisch einschätzen“, so Hartung. Die Hersteller konnten sich heuer nicht darauf einigen - die Chancen für 2013 stehen nicht viel besser. Die Fans werden ob dieser Nachricht nicht so enttäuscht sein wie die Veranstalter, bleibt der Sport doch so ein wenig nahbarer als sonst.

Janina Ventker

Karten

ab 29 Euro gibt es bei der DTM unter www.dtm.com und bei München Ticket unter Telefon 0180/54 81 81 81 oder im Internet unter muenchenticket.de.

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