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Ihr Protest hatte Erfolg: Der Lohn wurde den bosnischen Arbeitern zum größten Teil ausbezahlt.

Ärger um Lohnabrechnung auf Luxusbaustelle

Nach Demonstration: Bosnische Bauarbeiter bekommen Lohn

  • Doris Richter
    VonDoris Richter
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München - Ihr lauter Protest hat Früchte getragen: Die bosnischen Bauarbeiter, die unter anderem auf der Baustelle des Luxus-Wohnprojekts "Glockenbachsuiten" gearbeitet hatten, haben  Teile ihres ausstehenden Lohns bekommen.

Am vergangenen Donnerstagnachmittag hatten die rund 30 Arbeiter vor den „Glockenbachsuiten“ wegen ausstehender Löhne demonstriert. Eine der beteiligten Baufirmen hat den Arbeitern am Donnerstagabend die ausstehenden Löhne für Februar und März ausbezahlt, insgesamt etwa 30 000 Euro. Mitte Mai soll der ausstehende Lohn für April folgen.

Drei Stunden war in der Beratungsstelle „Faire Mobilität“ des DGB Bayern verhandelt, die geleisteten Arbeitsstunden nachgerechnet und schließlich das Geld ausbezahlt worden. Wie berichtet, hatten sich die Arbeiter an die Beratungsstelle gewandt, weil die slowenische Firma, welche sie zum Arbeiten nach Deutschland geschickt hatte, nicht mehr bezahlt hatte. Diese Firma diente als Subunternehmer für eine Firma in Grünwald, die wiederum die Männer auf Baustellen zweier großer anderer bayerischer Bauunternehmen arbeiten ließ. Diese hätten als Generalunternehmer für den nicht bezahlten Lohn haften müssen.

 Nachforschungen des DGB hatten zudem ergeben, dass die Männer nicht zum in der Branche üblichen Mindestlohn bezahlt wurden. „Keine Seltenheit“, sagt Nadia Kluge von der DGB-Beratungsstelle. Auch dass Subunternehmer aus Osteuropa die Löhne schuldig bleiben, passiere häufiger. Erneut hat sich bei ihr eine Gruppe von mehr als 20 Arbeitern einer anderen Firma in Slowenien gemeldet, die ebenfalls auf Münchner Baustellen gearbeitet und dafür keinen oder zu wenig Lohn bekommen haben.

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