Video-Assistent: Mega-Panne beim Bundesliga-Auftakt

Video-Assistent: Mega-Panne beim Bundesliga-Auftakt
+
Der lange Weg zur Gerechtigkeit: 24 Jahre nach dem Überfall steht Ilija I. nun wegen Mordversuchs vor Gericht.

Er sagte nur einen Satz

Brutaler Raub vor fast 24 Jahren: Angeklagter nun vor Gericht

Nach vielen Jahren wurde ein brutaler Raub - scheinbar - aufgeklärt. Seit Donnerstag steht ein Tatverdächtiger vor Gericht - doch der streitet alles ab.

München - Vor fast einem Vierteljahrhundert haben zwei Männer mit Maschinenpistolen einen Edeka-Laden in der Implerstraße (Sendling) gestürmt, dabei den Besitzer angeschossen und sich mit rund 1500 D-Mark (ca. 750 Euro) aus dem Staub gemacht. Niemand hat mehr daran geglaubt, dass die Täter jemals gefasst werden – doch vor einem Jahr fanden Ermittler die DNA-Spur von Ilija I. (50) an einem Geldsack! Der Kroate schien überführt. Seit Donnerstag wird ihm der Prozess gemacht, aber er streitet alles ab.

„Mit diesem Fall habe ich nichts zu tun“, sagte er. Es waren seine bisher einzigen Worte am ersten Verhandlungstag. Ilija I. wird mit Fuß- und Handfesseln in den Gerichtssaal geführt. Denn: Der Mann ist hochgradig gefährlich. Wegen seiner zahlreichen Raubzüge durch Deutschland und Österreich sitzt er bereits seit vielen Jahren in einem Gefängnis in Krems. 1995, etwa zwei Jahre nach dem Raub in Sendling, tötete er in Wien einen Gemüsehändler in der Großmarkthalle. Bei einem Überfall auf einen McDonald’s erbeutete er mit einem Komplizen 20. 000 Euro, auch in München schlug er zu. In der Machtlfingerstraße rannte er schwer bewaffnet in den dortigen Supermarkt.

Das geschah am 6. April 1993

Jetzt legt man ihm laut Anklage einen Mordversuch zur Last. Am 6. April 1993, kurz nach Ladenschluss, soll Ilija I. am Hintereingang des Geschäfts in Sendling geklingelt haben. Um sich unkenntlich zu machen, soll sich I. einen spitzen Filzhut mit ausgeschnittenen Augenlöchern über den Kopf gezogen haben. Im Anschlag: die geladene Maschinenpistole. Im Geschäft waren zu dieser Zeit nur noch Chef Manfred S. (damals 49) und seine Ehefrau Rosemarie. Sie war es auch, die den Tätern Eintritt gewährte, sofort schrien sie nach Geld. Während sich der Komplize um Rosemarie kümmerte, soll Ilija I. in den Keller gegangen sein und Manfred S. in den Bauch geschossen haben. Danach soll er den Mann mit Fußtritten im Genitalbereich schwer verletzt haben. Am Ende noch ein Schuss in den Oberschenkel – Lebensgefahr! Doch S. überlebt den Angriff. Auch knapp 25 Jahre danach hat der Mann Schmerzen im Unterleib und Schwierigkeiten beim Gehen. Am 23. Februar tritt er beim Prozess als wichtigster Zeuge auf.

Ilija I. leugnet die Tat. An seiner Situation ändert das aber nichts. Er wird noch viele Jahre im Gefängnis sitzen – bei einer möglichen erneuten Verurteilung sogar noch länger.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Hilferuf einer Uroma
Eine Kleinanzeige, oft sind das nur zwei knappe Zeilen. Doch hinter ihnen verbirgt sich manch spannende Geschichte. Zum Beispiel die einer Uroma, die bei dem Versuch …
Der Hilferuf einer Uroma
Oktoberfest: So reagieren Stadt, Polizei und Wirte auf die Anschläge
Nizza, Berlin, London – und nun Barcelona. Die Welt wird immer öfter von furchtbaren Lkw-Attentaten erschüttert. München hat im Vorfeld der Wiesn reagiert: Der …
Oktoberfest: So reagieren Stadt, Polizei und Wirte auf die Anschläge
Dem Terror entkommen: Diese Münchner erlebten den Anschlag in Barcelona 
Münchner berichten, wie sie in Barcelona den Anschlag erlebten – einige waren nicht weit vom Ort der Tat entfernt.
Dem Terror entkommen: Diese Münchner erlebten den Anschlag in Barcelona 
Zweckentfremdung: Erstmals muss Vermieter ins Gefängnis
Weil Zwangsgelder keine Wirkung mehr zeigten, hat das Sozialreferat Ersatzhaft ausgesprochen. Das Verwaltungsgericht bestätigt die Entscheidung. 
Zweckentfremdung: Erstmals muss Vermieter ins Gefängnis

Kommentare