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Strahlende Wirte in spe: Anna Regenberg und Tobias Kronwitter sperren am Montag ihr Lokal "Grinsekatze" auf.

Buckeln für die "Grinsekatze"

München - Ein eigenes Restaurant - davon träumen viele. Für die Münchner Anna Regenberg und Tobias Kronwitter wird der Traum nun wahr: Ihre "Grinsekatze" eröffnet am Montag. Der TV-Sender Vox begleitet die beiden für "Mein Restaurant". Das Gastronomenpaar hat sich gegen 1000 Konkurrenten durchgesetzt.

Noch fünf Tage. Dann sperren Anna und Tobias, beide 25 Jahre alt, ihr Lokal an der Ismaninger Straße 48 auf. Noch herrscht allerdings Chaos in den hohen Jugendstilräumen. Die Bar wird gerade montiert, an der Decke hängen noch keine Lampen, Tische und Stühle müssen erst noch geliefert werden. In der Küche ein ähnliches Bild: Gerade werden die Großgeräte aufgestellt. Überall liegt Werkzeug herum. Töpfe, Teller oder Gewürze sucht man hier - noch - vergebens. Nur die 360-Grad-Schwenkkameras sind schon an den Wänden angebracht und verfolgen die beiden Jung-Gastronomen auf Schritt und Tritt.

"Wir sind im Zeitverzug", räumt Tobias Kronwitter ein. Schuld daran ist ein Wasserschaden vom Vorpächter, den die beiden erst beheben mussten. Doch die "liebevollen Chaoten", wie sie von den Moderatoren von "Mein Restaurant" genannt werden, lassen den Kopf nicht hängen. "Wir schaffen das", sagen sie zuversichtlich. Und überhaupt sei es "immer besser, unterschätzt zu werden", fügt Anna keck hinzu.

Bei dieser Event-Doku, die immer dienstags und freitags um 20.15 Uhr bei Vox läuft, treten fünf Paare gegeneinander an. Sie kommen neben München aus Berlin, Hamburg, Leipzig und Köln. Nur ein Team darf zum Schluss das Restaurant auch wirklich behalten und bekommt den Pachtvertrag für ein Jahr.

Als Anna und Tobias das Lokal vor wenigen Wochen übernahmen, war es heruntergewirtschaftet. Frohen Mutes gingen die beiden Münchner trotzdem ans Werk. Mittlerweile liegen mehrere Bauschutt-Container und einige schlaflose Nächte hinter ihnen. "Man hat immer Angst, etwas zu vergessen", sagt Tobias. Bei all ihrem Tun werden sie von Kameraleuten beobachtet. "Daran mussten wir uns erst gewöhnen", sagt die Münchnerin, die das Film-Team mittlerweile aber "gar nicht mehr wahrnimmt".

Anna und Tobias machen seit fünf Jahren gemeinsame Sache, beruflich und privat. Der gelernte IT-Fachmann und die Hotelfachfrau haben in München zusammen einen Catering-Service für Cocktails. Doch der Traum vom eigenen Lokal war immer präsent. Als sie von der Restaurant-Doku hörten, reichten sie umgehend ihre Bewerbung ein. "Aus eigener Kraft hätten wir das so schnell nicht auf die Beine stellen können", erklärt Tobias die Motivation.

Ursprünglich sollte aus dem ehemaligen "Rechts der Isar", so hieß das Lokal früher, ein Familienlokal werden, ein "Alice im Wunderland". Doch davon riet die Jury ab. Sie setzt sich aus TV-Koch Tim Mälzer, Hotelfachfrau Eva-Maria Gerstner und Gastro-Experte Christoph Strenger zusammen. Stattdessen wird es ein Speiselokal, das besser ins Viertel passt. Nur der Name "Grinsekatze" erinnert noch an das Märchen. Und selbst der ist bei den TV-Leuten umstritten. "Doch auf den Namen bestehen wir", sagt die Wirtin in spe mit Nachdruck.

Genauso wie auf das Tomaten-Trauben-Zwiebel-Dessert, das erklärte "Hass-Gericht" von Jury-Mitglied Tim Mälzer. Doch Wirtin Anna findet es "fantastisch" und ist überzeugt: "Das schmeckt auch unseren Gästen."

Küchenchef in der "Grinsekatze" ist Andreas Schaerl, Vize-Patissierie-Weltmeister. Er ist eigens für das Projekt mitsamt Sous-Chef von Hannover nach München gezogen. "So eine Chance hat man nicht oft im Leben", sagt er. Schaerl beschreibt seine Küche als "außergewöhnlich und beeindruckend", mehr kann er noch nicht verraten, denn: "Die Speisekarten sind noch nicht fertig."

Weil die Zeit knapp wird, sind die Papas von Anna und Tobias, ein Bierbrauer und ein Altenpfleger, angereist. Sie helfen, wo Not am Mann ist. "Ehrensache", sagt Michael Regenberg. Die Väter haben in den nächsten Tagen noch viel zu tun.

Ab Montag gilt es, die Gäste zu überzeugen. Drei Wochen haben Anna und Tobias Zeit, dann steht die erste Entscheidung an, und ein Paar muss sein Restaurant bereits wieder zusperren. Anna: "Wir sind jetzt auf die Hilfe der Münchner angewiesen. Bitte kommt zahlreich."

Doch bis dahin liegen noch fünf lange Nächte vor Anna und Tobias.

Das Lokal "Grinsekatze"

öffnet am Montag, 27. Oktober. Essen gibt es von 12 bis 15 Uhr sowie zwischen 18 und 23 Uhr. Montags ist ab 3. November Ruhetag.

Stephanie Ebner

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