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500 Kilo schwer und absolut friedlich: Die vom Künstler Han Chong entworfene Buddha-Figur musste mit einem Bagger antransportiert werden.

Neues Kunstwerk mitten in München

Dieser Buddha liegt jetzt am Viktualienmarkt

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München - Der neuste Streich der Künstler im öffentlichen Raum: Sie haben einen Riesen-Buddha zwischen die Standln des Viktualienmarkts gelegt.

Viele Bürger und Besucher Münchens wähnen sich im Nirvana, wenn sie über den Viktualienmarkt mit all seinen Schmankerln schlendern. Dieser Eindruck wird seit Montagmittag noch verstärkt: Seitdem liegt ein überdimensionaler Buddha zwischen dem Standl von Nymphenburg-Sekt und dem Pschorr-Biergarten. Richtig - er sitzt nicht, er liegt. Und an seiner Unterseite steht „Made in Dresden“. Der goldglänzende Religionsstifter ist das neuste Kunstwerk aus der Reihe „A Space Called Public - Hoffentlich Öffentlich“.

Wie die bisher in der Innenstadt inszenierten Skulpturen und Auftritte (wir berichteten), irritiert auch der Anblick des Buddhas. Warum „Made in Dresden“ und nicht „in Munich“? Der in Malaysia geborene Künstler Han Chong will daran erinnern, dass Dresden die heimliche Hauptstadt für Asien-Kitsch und -Souvenirs ist. Die meisten sogenannten „Asiatica“ für den europäischen Raum werden an der Elbe produziert. Dort ist außerdem eine große asiatische Community zuhause.

Auch in München leben und arbeiten Menschen aus über 180 Nationen - aber im Stadtbild sind sie kaum repräsentiert. Viele Bürger und Besucher suchen das Traditionelle, die besonders münchnerischen Orte, zu denen auch der Viktualienmarkt zählt. Dass der Lebensmittelhandel, der Blumenmarkt oder der Export und Import von Früchten längst globale Angelegenheiten und die industrielle Massenproduktion ein Phänomen unserer Zeit sind, wird dabei gerne vergessen.

„Die zahlreichen Touristen und Münchner werden mit Han Chongs temporärer Installation vielleicht einen neuen Blick auf den traditionsreichen Viktualienmarkt werfen“, heißt es aus dem Kulturreferat, das gestern einen Bagger und drei Arbeiter entsandte, um die Figur aufzustellen. 500 Kilo schwer ist der Buddha, er besteht aus einer Holzunterkonstruktion, die mit Polyurethan ummantelt ist. Um ihn auch im Liegen standfest zu machen, musste ein Fundament mit einem Ständer eingegraben werden. Bis September soll der Friedfertige am Markt schlummern.

Das Künstlerduo Elmgreen & Dragset entwickelt derzeit gemeinsam mit anderen Künstlern die Reihe „A Space Called Public - Hoffentlich Öffentlich“, die bis September an prominenten Münchner Plätzen stattfindet. Bislang liefert täglich ein Schauspieler die Performance „It’s Never Too Late To Say Sorry“ auf dem Odeonsplatz ab (er ruft den Satz durch ein Megaphon), am Wittelsbacherplatz steht ein ein leerer Sockel, in dem eine Luxuswohnung eingerichtet ist, und der „Bubblesplatz“ vor dem Hotel Bayerischer Hof huldigt dem Affen von Michael Jackson.

Johannes Löhr

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