Der stolze Ordensträger Michael „Bully“ Herbig war froh, nicht den gleichen warmen Aufzug tragen zu müssen wie Narrhalla-Vize Günther Grauer (li.) und Manuel di Nardo. Foto : dpa

Bully als „geistiger Ur-Enkel“ Karl Valentins

München - Michael Herbig wäre nicht „Bully“, würde er nicht auch einer feierlichen Ordensverleihung seinen ganz eigenen humoristischen Stempel aufdrücken. So stolzierte er, flankiert von einer Delegation der Faschingsgesellschaft Narrhalla, zu Marschmusik aus dem Handy zur Pressekonferenz im Bayerischen Hof ein.

Karl Valentin hätte es sicher gefallen. Als dessen „geistiger Urenkel“ wurde Herbig am Dienstag mit dem „Karl-Valentin-Orden“ ausgezeichnet.

Die Auszeichnung vergibt die Narrhalla jedes Jahr für die „humorvollste, hintergründigste Bemerkung, Rede oder für ein Zitat im Sinne von Karl Valentin“. Bei „Bully“ machte die Faschingsgesellschaft mal eine Ausnahme, „weil es so viele gute Zitate von ihm gibt, dass es schwierig wäre, eines davon herauszustellen“, so Vizepräsident Günther Grauer. Deshalb zeichnete sie ihn für sein künstlerisches Schaffen als Autor, Regisseur, Schauspieler und Komödiant aus.

„Ich bin ein stolzer Preisträger“, sagte Herbig. „Vor allem werde ich jetzt in einem Atemzug genannt mit anderen Komikern wie Edmund Stoiber, Helmut Kohl und dem Papst.“ Auch diese haben den Orden bereits bekommen. Ebenso wie Helmut Dietl, für den Bully gerade in der neuen Komödie „Zettl“ vor der Kamera stand.

„Eigentlich habe ich keine besondere Verbindung zu Karl Valentin“, gestand Herbig. „Einfach weil ich ihn nicht so gut kenne.“ Die „Humorfarben“ würden sich im Lauf der Jahre verändern. So sei er eher mit Komikern wie Otto und Luis De Funes groß geworden. Doch immerhin konnte Michael Herbig mit zwei Lieblingszitaten Valentins aufwarten: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ und „Jede Sache hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.“

Ein „gespaltenes, fast traumatisches Verhältnis“ hat Herbig zum Fasching. So habe er als 14-Jähriger einst zur Faschingszeit den Viktualienmarkt überquert. „Dabei stellte sich mir eine etwas reifere Dame im Katzenkostüm in den Weg und fauchte mich an, das hat mich doch erschreckt“, erzählte Herbig.

Den Karl-Valentin-Orden hätte der 43 Jahre alte Münchner eigentlich bereits im Januar bei der Narrhalla Soirée bekommen sollen. Wegen des plötzlichen Todes seines Freundes und Mentors Bernd Eichinger war die Verleihung jedoch verschoben worden.

Doris Richter

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