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Ein Opfer, das anderen Opfern hilft: Heinz Dankenbring.

Radioaktive Strahlen machten ihn krank

Krebs! Bundeswehr muss Soldaten Entschädigung zahlen

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München - Er war als Radarmechaniker gefährlichen Strahlen ausgesetzt und bekam Krebs. Ein Ex-Berufssoldat hat vor dem Bayerischen Landessozialgericht geklagt - und Recht bekommen.

Es ist ein Sieg über Bürokratie und Ungerechtigkeit. Nur: Er kommt spät. Nach einem jahrelangen Prozess-Marathon muss die Bundeswehr einem Ex-Berufssoldaten Entschädigung zahlen, weil er als Radarmechaniker gefährlichen Strahlen ausgesetzt war und krank wurde. So lautet das Urteil des Bayerischen Landessozialgerichts in München, das jetzt rechtskräftig wurde (Aktenzeichen L 15 VS 19/11).

Der Kläger, Jahrgang 1951, arbeitete von 1971 bis 1987 als Radarmechaniker am Flugzeug F-104 G – das ist der Starfighter. Der ist mit einem Vorwärtssichtradar ausgestattet, der Berufssoldat war dadurch Röntgenstrahlung und radioaktiver Leuchtfarbe ausgesetzt. Er bekam Krebs.

Mehrfach musste der Mann operiert werden, er verlor einen Teil seiner Schilddrüse, eine Niere, Milz und Teile des Darms. 2002 stellte der Ex-Soldat einen Antrag auf Anerkennung der Schädigungsfolgen – er wollte wenigstens Geld dafür, dass die Bundeswehr ihn jahrelang ohne ausreichenden Schutz am Radar arbeiten ließ.

Bundeswehr: Nierenkrebs kann nicht von Radargerät kommen

Doch die Bundesregierung lehnte das ab. Das erste Mal im Jahr 2003, dann noch einmal 2008. Die Begründung: Die Gesamtdosis der Strahlenbelastung reiche für die gesundheitliche Schädigung nicht aus. Der Fall landete 2011 vor dem Sozialgericht. Dort stützte ein Gutachter zwar die Ansprüche des kranken Soldaten – das Sozialgericht lehnte die Klage trotzdem ab, weil es den Angaben der Bundeswehr folgte.

Der Mann sei nur im oberen Bereich des Oberkörpers einer Strahlung ausgesetzt gewesen, der Nierenkrebs könne daher nicht von dem Radargerät verursacht worden sein. Doch der Ex-Soldat kämpfte weiter, mit Erfolg.

Denn die nächste Instanz, das Landessozialgericht, stützte sich auf das erste Gutachten. Das stehe im Einklang mit den Vorgaben des Berichts der Radarkommission, einer unabhängigen Expertenkommission unter Leitung des Präsidenten des Bundesamts für Strahlenschutz.

Der Ex-Soldat, der jetzt endlich Recht bekommen hat, wurde vom „Bund zur Unterstützung Radarstrahlengeschädigter Deutschland e.V.“ unterstützt. Dort kämpft auch der Kaufbeurer Heinz Dankenbring, selbst ein kranker Radarsoldat, seit vielen Jahren für geschädigte Soldaten und ihre Kinder, die durch die Belastung ihrer Väter Genschäden erlitten haben. „Das Urteil ist hervorragend für uns“, sagt Dankenbring. Denn: Die Richter kritisierten auch die Bundesregierung, die solche Erkrankungen teils nur zögerlich anerkenne. Das versuchen Dankenbring und Mitstreiter seit langem zu beweisen.

Nach Angaben eines Sprechers des Bundesverteidigungsministeriums haben 3000 ehemalige Soldaten einen Antrag auf Entschädigung wegen Strahlenbelastung gestellt.

In 780 Fällen wurde der Anspruch anerkannt. 416 Fälle landeten vor Gericht – neun Soldaten bekamen Recht. Der jüngste Fall ist einer davon.

Carina Lechner

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