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Verhüllen erlaubt: In den Bädern der Münchner Stadtwerke dürfen Muslima „Burkinis“ tragen.

Diskussion um Regelung auch in München

Burkini-Verbot? "Bei uns soll jeder schwimmen können"

München - Nach dem Burkini-Verbot in einem Schwimmbad in der Oberpfalz ist eine Diskussion um die Badebekleidung entbrannt. Wir haben nachgefragt, wie die Regelung für München lautet.

In einem Hallenbad in Neutraubling bei Regensburg dürfen muslimische Frauen keinen Ganzkörper-Schwimmanzug tragen – das hat der Neutraublinger Bürgermeister Heinz Kiechle (CSU) entschieden. Der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer (ebenfalls CSU), sagte am gestrigen Donnerstag, dass es sich seines Wissens nach um den ersten Fall eines „Burkini“-Verbots in Bayern handle. In München ist ein solches nicht angedacht.

Tatsächlich ist der Kontrast zu den Regelungen in den M-Bädern der Münchner Stadtwerke (SWM) beträchtlich: „Bei uns sind Burkinis eindeutig erlaubt“, sagt SWM-Sprecher Michael Solic. Der einzig entscheidende Faktor, wenn es um Badebekleidung gehe, sei die Sicherheit der Schwimmenden. Diese sei durch Burkinis gewährleistet, da diese in der Regel aus den gleichen Kunstfasern bestünden wie reguläre Badeanzüge auch. „Andere Stoffe können sich mit Wasser vollsaugen und die Schwimmenden dadurch gefährden“, so Solic. Aber Burkinis: kein Problem.

Begründung aus der Oberpfalz nicht zutreffend

Vor diesem Hintergrund wirkt die Begründung, die Kiechle für sein Verbot ins Feld führt, obskur: Die Satzung für die Benutzung des Neutraublinger Hallenbades fordere aus hygienischen Gründen „eine allgemein übliche Badebekleidung“. So steht es dort seit Kurzem auch auf einem Schild bei den Umkleidekabinen.

Martin Neumeyer hat für Kiechles Entscheidung Verständnis. „Ich denke, dieser Bürgermeister hat nicht agiert, sondern reagiert“, sagt er. Nach Angaben der Stadt Neutraubling hatten sich Badegäste beschwert, weil sie sich von einer Muslima, die am Frauenbadetag einen Burkini trug, gestört fühlten. „Es ging wohl eher darum, den Frieden im Bad zu wahren“, so Neumeyer.

In den Münchner Bädern scheint der Frieden vorerst nicht durch Textilien bedroht zu sein. „Bei uns soll jeder schwimmen können“, sagt Michael Solic. „Egal, ob im Badeanzug oder im Burkini.“    

man

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