Etwa 500 AWM-Altkleidercontainer stehen in München. Archivfoto: Klaus haag

AWM vs. Caritas & Co

Gezerre um das Millionen-Geschäft mit den Altkleidern

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München - Gemeinnützige Organisationen wie Caritas, Innere Mission und Rotes Kreuz werden Altkleider-Sammelcontainer in München auch weiterhin nicht auf öffentlichem Grund abstellen dürfen. Was es damit auf sich hat.

Caritas, Rotes Kreuz und Co. dürfen im Stadtgebiet auch künftig keine Altkleider-Sammelcontainer aufstellen. Das hat Helmut Schmidt, der Werkleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM), bei einer Pressekonferenz bekräftigt. Wie berichtet, sammelt die Stadt seit zwei Jahren federführend selbst Altkleider.

Der AWM hat dazu 500 eigene Container aufgestellt – und private Sammler von den öffentlichen Flächen verbannt. Das Geschäft ist lukrativ: Die Textilsammlung warf laut Schmidt in diesem Jahr einen Überschuss von rund einer Million Euro ab.

Zunächst hatten die Wohlfahrtsorganisationen noch gehofft, weiterhin einen Teil dieses Geschäfts betreiben zu dürfen. Doch das sei „juristisch extrem schwierig“, so Schmidt: „Wenn wir denen erlauben, Container aufzustellen, müssten wir es allen erlauben.“ Mithin auch einem bunten Zoo mehr oder weniger dubioser privater Unternehmen, die sich auf diesem Markt tummeln.

Private Altkleidercontainer, die man derzeit an vielen Stellen im Stadtgebiet sieht, sind allesamt illegal. Manche stehen sogar direkt neben einem AWM-Container. Doch anders als ein privater Grundbesitzer dürfe die Stadt oder das städtische Unternehmen AWM die illegalen aufgestellten Behälter nicht einfach entfernen, so Schmidt.

Dem AWM bleibt nur ein langwieriges Prozedere, das dem mit nicht zugelassenen Autos am Straßenrand ähnelt: Die AWM-Mitarbeiter kleben an alle illegalen Container, die sie auf öffentlichem Grund entdecken, eine Plakette mit der Aufforderung, den Container binnen 14 Tagen zu entfernen. Steht der Behälter nach zwei Wochen noch da, wird er abtransportiert. Doch jeder zweite werde kurz vorher in Nacht- und-Nebel-Aktionen abgeholt, berichtet AWM-Sprecherin Evi Thiermann. Die vom AWM sichergestellten Container habe noch nie jemand zurückgefordert. Offenbar rechnet sich das Geschäft trotz dieses Schwunds. Dass ihm Privatunternehmen derart öffentlich auf der Nase herumtanzen, ärgert Schmidt. „Da kann man zweifeln, ob wir in einem demokratischen Rechtsstaat leben“, sagte er.

Obwohl der Altkleidermarkt zuletzt ein wenig abgekühlt ist, gilt München immer noch als bevorzugtes Sammelgebiet. Hier, so Schmidt, lande eben mehr hochwertige Kleidung in den Behältern als anderswo.

60 Prozent der in den Containern gesammelten Kleidung ist noch tragbar und wird als Gebrauchtware zu Geld gemacht. Etwa 35 Prozent landen im Recycling und bringen als Putzlappen und Polstermaterial noch ein wenig Geld. Nur fünf Prozent sind unbrauchbarer Müll, der in der Verbrennung landet.

Peter T. Schmidt

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