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Noch ein Nischenprodukt: Wer sein E-Auto laden will – wie hier an der BMW-Welt – muss gerade in Münchens Außenbezirken relativ weit fahren.

Elektromobilität

Der große E-Check: Hier steht München unter Strom 

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    Klaus Vick
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In der Debatte um Diesel-Fahrverbote spielt auch der Ausbau der Elektromobilität eine Rolle. Die Stadt nimmt viel Geld in die Hand. Doch der Anteil von E-Autos auf Münchens Straßen ist verschwindend gering. Ein Problem ist die mangelnde Infrastruktur.

Umständliche Suche nach Ladesäulen, zu lange Auftankzeiten, zu geringe Reichweite – für viele Verbraucher ist die Anschaffung eines E-Flitzers noch immer unattraktiv. München ist groß, und das Netz an Ladesäulen nicht gerade engmaschig. Etwa 150 öffentlich zugängliche Ladestationen gibt es bislang im Stadtgebiet (eine Auswahl sehen Sie auf der Karte rechts). Berlin hat mehr als 500… Immerhin: München rüstet nun rapide auf. Bis Ende des Jahres sollen weitere 100 Ladesäulen installiert werden. Bis 2020 sollen es bereits 500 sein. Dieser Plan ist der Schwerpunkt des neuen Integrierten Handlungsprogramms zur Förderung der Elektromobilität in München. 30 Millionen Euro macht München dafür locker. Mit dem Geld soll auch die Umrüstung der Busflotte der MVG auf E-Fahrzeuge beschleunigt werden. Der ambitionierte Fahrplan: 2019 soll die erste E-Buslinie in Betrieb gehen, ab 2020 will die MVG nur noch E-Busse anschaffen, bis 2030 soll die gesamte Flotte ausgetauscht sein.

Elektromobilität soll also die Alternative für die Verkehrswende auf der Straße sein – für sauberere Luft. Doch für Martin Betzold vom Umweltverband Green City Energy steht fest: „Wir müssen die Themen E-Mobilität und Oköstrom verknüpfen.“ Sofern der zum Laden notwendige Strom nämlich aus Kohlekraftwerken komme, sei die Sache wenig umweltfreundlich.

Bis 2020 sollen 17 500 Autos mit Strom fahren

Auf dem gesamten Automobilmarkt spielt E-Mobilität nach wie vor eine kleine Rolle. Prozentual betrachtet steigen die Zulassungszahlen zwar immens, absolut betrachtet aber sind sie gering: 1800 der 724 000 in der Landeshauptstadt zugelassenen Pkw sind E-Autos. Zum Vergleich: Ende 2015 waren es 1000. Das Ziel der Stadt: Bis zum Jahr 2020 sollen 17 500 mit Strom angetriebene Kraftfahrzeuge in München unterwegs sein. BMW hat unter den großen deutschen Autobauern bislang am meisten elektrifizierte Fahrzeuge auf die Straße gebracht. In den ersten fünf Monaten 2017 ist der Anteil der in Deutschland zugelassenen E-Autos gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 von 1,4 auf 3,6 Prozent angewachsen.

Dass trotz Bevölkerungswachstum die Straßen leerer werden könnten, ist indes Wunschdenken. Seit 2012 hat sich die Anzahl der in München zugelassenen Pkw von 660 000 auf 724 000 erhöht. Die Pendler, deren Zahl ständig steigt, noch gar nicht eingerechnet…

Stadtwerke, Aldi & Co.: Wie läuft das Stromtanken?

Die Palette an Elektroautos wird immer größer – Eine Auswahl gibt’s etwa im Netz bei www.elektroauto-news.net/wiki/elektroauto-preise. Eine der wichtigsten Komponenten ist die Batterie, denn sie beeinflusst Reichweite, Leistung, Gewicht und Kosten. Die Ladezeiten betragen im besten Fall 30 Minuten fürs Volltanken. Über den richtigen Stecker müssen sich die Nutzer keine Sorgen machen. In Zukunft unterstützt jeder Ladepunkt in der Europäischen Union und jedes Fahrzeug europäischer Hersteller das Combined Charging System (CCS). Dazu gehört auch bequemes Bezahlen, etwa per Smartphone oder EC-Karte.

Tanken während des Einkaufens. Ein Foto vom Aldi-Parkplatz in Allach

Bei den Stadtwerken München (SWM), derzeit mit 55 Ladesäulen der größte Anbieter im Stadtgebiet, bekommen Kunden eine Strom-Tankkarte, mit der sie eine Steckdose an der Säule freischalten können. Der monatliche Grundpreis beträgt 10,12 Euro, Preis pro Ladestunde 1,80 Euro. Aldi Süd bietet im Stadtgebiet und Umkreis an seinen Filialen zwölf Elektrotankstellen an. An allen Ladestationen werden die gängigen Steckertypen akzeptiert, für kostenloses Auftanken bis zu einer Stunde während der Öffnungszeiten. Auch an Bankfilialen oder Hotels gibt es Stromtankstellen. An der Filiale der VR-Bank Herrsching zum Beispiel kostet das Volltanken mit Wechselstrom 4,95 Euro, beim Gleichstrom 6,85 Euro. 

Die Karte mit ausgewählten Ladestationen in der Stadt

So sichern Sie sich Zuschüsse der Stadt für Elektro-Flitzer!

Sie rauschen nahezu lautlos und ohne Abgase durch die Straßen, Parkplatzprobleme kennen sie nicht. Elektroroller und -motorräder sind eine attraktive Alternative – und weil es in München nun auch für Privatpersonen öffentliche Fördermittel gibt, wird das Vergnügen ein ganzes Stück billiger: Bis zu 2200 Euro kann sich jeder Münchner im Idealfall von der Stadt als einmaligen Zuschuss holen.

Wie das? Zum 1. Januar 2017 wurde das Förderprogramm Elektromobilität auf Privatpersonen ausgeweitet, die ein Lasten-Pedelec, einen Roller, ein Motorrad oder ein Dreirad – jeweils mit Elektroantrieb – anschaffen wollen. Beim Kauf eines Elektrozwei- oder -dreirades beträgt die Maximalförderung 2200 Euro. Die setzt sich zusammen aus 25 Prozent des Netto-Kaufpreises (maximal 1000 Euro) sowie 1000 Euro als Prämie, wenn man ein Auto endgültig stilllegt – und Bezieher von Ökostrom bekommen noch einmal 200 Euro obendrauf.

Und so geht’s: Anträge auf Förderung muss man beim städtischen Referat für Gesundheit und Umwelt stellen. Ganz wichtig: vor dem Kauf! Nachträglich gibt’s kein Geld mehr. Beim Amt prüft man, ob das gewählte Modell den Förderungsrichtlinien entspricht. Dann gibt’s grünes Licht für den Kauf, und sobald der Beleg vorgelegt wird, gibt’s den Zuschuss per Überweisung.

Legt man außerdem einen Nachweis vor, dass ein benzin- oder dieselgetriebenes Auto oder Zweirad endgültig stillgelegt wurde, werden 1000 beziehungsweise 500 Euro ausgezahlt. Wer eine Stromrechnung von einem Ökostrom-Anbieter zeigen kann, kriegt bei Zweirädern 200 Euro.

Wichtig: Für Elektroautos gelten diese Förderungen übrigens nicht. Dafür gibt es die separate Förderung von Staat und Hersteller – zusammen sind da 4000 Euro möglich (Mehr Informationen und den entsprechenden Antrag gibt’s im Netz bei bafa.de).

Bis Mitte Juni 2017 wurden in München knapp über 1200 Förderungen an Privatpersonen, Freiberufler und Unternehmen bewilligt. Davon waren 427 Lastenpedelecs und 261 zwei-, drei- und vierrädrige Fahrzeuge. 516 Selbstständige und gemeinnützige Organisationen erhielten Förderungen für Pedelecs. Privatpersonen gehen bei den immer beliebteren E-Bikes bislang jedoch leer aus, dafür gibt es kein Geld von der Stadt.

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