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Ein Zivilfahnder zeigt, wie schnell der Geldbeutel weg ist. Offene Taschen sind für Profi-Diebe eine Einladung.

Hier lauert die Gefahr

Christkindlmärkte: Polizei warnt vor der Zeit der Langfinger

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Christkindlmarkt-Zeit ist die Zeit der Taschendiebe. Im dichten Gedränge kommen sie schnell und einfach zum Erfolg. Doch viele Diebe meiden München. Die Polizei erklärt, woran das liegt und wie Sie sich schützen können.

München - Christkindlmärkte sind ein Eldorado für Taschendiebe. Geldbeutel und Handys – eben noch da, sind sie plötzlich verschwunden. Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten sind die Diebe in München jedoch eher spärlich unterwegs. Ein Grund dafür ist, dass die Justiz in Bayern härter ist. Taschendiebe werden hierzulande häufig zu empfindlichen Freiheitsstrafen verurteilt. Richter in anderen Bundesländern urteilen oft milder. In anderen Ländern wie Spanien muss ein erwischter Gauner im Schnitt sogar nur 100 Euro Strafe zahlen. Dann kann er wieder auf Opfersuche gehen.

Harte Strafen und Polizei Präsenz

Längere Haftstrafen sind für Kriminelle, die Eigentumsdelikte begehen, besonders ungünstig. Denn während sie im Knast sitzen, können sie kein Geld verdienen. „Viele sind Profis, das ist ihre Arbeit“, sagt Polizeisprecher Sven Müller. Aber nicht nur die harten Strafen sorgen dafür, dass sich Taschendiebe auf Münchens Christkindlmärkten zurückhalten. Die Münchner Polizei setzt auf Verdrängung. Mit einer hohen Präsenz will sie erreichen, dass die Banden sich gleich andere Städte für ihr Werk aussuchen. Im vergangenen Jahr hatte die Polizei 14 Kameras in der Innenstadt installiert, heuer sind es bereits 16, mit denen Beamte das Geschehen live verfolgen. Zudem mischen sich zivile Fahnder unter die Besucher.

Brennpunkt Christkindlmärkte: Bilanz in München

In München sind laut Müller organisierte Banden unterwegs, aber auch Täter, die nur auf eigene Rechnung zugreifen. Im Jahr 2016 wurden bei der Münchner Polizei 61 Taschendiebstähle während der Christkindlmarktzeit angezeigt. Im Jahr davor waren es sogar nur 49 – ein Allzeittief. 2014 registrierte das Präsidium 78 Taschendiebstähle auf Münchens Christkindlmärkten.

Klau-Hochburgen in Deutschland

Eine der Klau-Hochburgen in der Bundesrepublik ist, auch abseits der Glühweinzeit, Düsseldorf mit 1314 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Dahinter liegen Berlin mit 1271 Straftaten, Hamburg (1032) und Köln (937). Etwas besser sieht es in Wuppertal mit 625 Straftaten, Dortmund mit 611, Gelsenkirchen mit 585 und Bonn mit 516 aus. München steht im Vergleich dazu sehr gut da: Die Landeshauptstadt liegt mit einer Häufigkeitszahl von 210 pro 100.000 Einwohner etwa auf dem Niveau von Hannover (211).

So schützen Sie sich vor Taschendieben

Vorsicht ist dennoch angebracht, vor allem auf den kleineren Weihnachtsmärkten, die kaum überwacht werden. Die Polizei rät dazu, nur das Notwendigste an Bargeld und Wertsachen mitzunehmen. Diese Sachen sollte man möglichst eng am Körper tragen, zum Beispiel in der Jackeninnentasche oder vorderen Hosentasche. Gut geeignet sind auch Brustbeutel und Bauchtaschen.

 Die Gesäßtasche hingegen ist für Diebe eine gern gesehene Einladung. Handtaschen und Umhängetaschen sollten immer mit der Verschlussseite zum Körper getragen werden, Rucksäcke immer vorne. Bei Abhebungen an Geldautomaten sollte man insbesondere größere Summen nicht offen zeigen. Der letzte Rat, den Müller hat, dürfte nicht immer so einfach umzusetzen sein: „Besucher eines Christkindlmarkts sollten nicht zu viel Alkohol trinken, um stets aufmerksam zu sein.“

Große Übersicht: Hier sind die schönsten Weihnachtsmärkte in München 

Von Stefanie Wegele

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