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In Berg am Laim nagten die Kamele des Circus Kaiser die Rinde der Zweige und Äste so stark ab, dass etliche Bäume zerstört wurden (l.). Schäden in Grünanlagen wurden immer wieder beklagt, nachdem die Schausteller dort gastiert hatten.

Grünanlage zerstört

Circus Kaiser: Gastspiel-Verbot wegen schlechter Erfahrung

München - Der Circus Kaiser darf nicht mehr auf städtischen Grünanlagen in München gastieren. Das Verbot gilt bis mindestens Ende 2017. Damit reagiert die Stadt auf die schlechten Erfahrungen, die man mit dem Wanderzirkus gemacht hat.

Anwohnerbeschwerden, erhebliche Schäden in Grünanlagen, Verstöße gegen Auflagen, Probleme mit der Tierhaltung und ärgerliche Hinterlassenschaften – die Liste der Klagen ist lang. Grund genug für das Kreisverwaltungsreferat, den Wanderzirkus als nicht mehr verlässlich einzustufen. So hatte der Zirkus die Festwiese an der Ecke Innsbrucker Ring/Kirchseeoner Straße in Ramersdorf schwer geschädigt. Die Grünanlage sah nach dem Gastspiel aus, als ob sie umgepflügt worden wäre. Auch in Berg am Laim hatten die Schausteller für Ärger gesorgt. Das Unternehmen hatte für seine Kamele ein Freigehege aufgebaut, ohne die Bepflanzung der Grünanlage zu schützen. Die Kamele nagten die Rinde der Zweige und Äste so gründlich ab, dass etliche Bäume zerstört wurden.

Bei seinem Gastspiel Anfang April hatten Kängurus und Strauße am Mittleren Ring in Ramersdorf zunächst für ein bizarres Schauspiel gesorgt. Kurz darauf waren mehrere Esel und Ponys aus dem Gehege ausgebüxt und mussten mit Hilfe von Polizei und Feuerwehr wieder eingefangen werden. Die Zirkusleute bestritten Nachlässigkeit und machten autonome Tierschützer für die Freilassung der Tiere verantwortlich.

Das KVR leitete ein internes Verfahren ein. Zirkuschef André Kaiser muss München nun vorläufig von seiner Liste streichen.

Nachdem sie den Standort gewechselt hatten, stand jedoch noch Wochen später ein Zirkuswagen im Ramersdorfer Grünzug herum. „Eine mobile Müllhalde“ schimpften damals die zuständigen Stadtteilpolitiker. Erst auf Aufforderung wurde der Anhänger aus der Grünanlage entfernt. Zudem lag noch lange danach Tierdung in der Wiese.

Der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach hatte wegen all der Vorkommnisse gefordert, den Zirkus nicht mehr auf die Veranstaltungswiese nahe der Auffahrt zur Salzburger Autobahn zu lassen.

Wie jetzt bekannt wurde, hatte das Kreisverwaltungsreferat (KVR) zu diesem Zeitpunkt offenbar bereits ein internes Verfahren gegen den Zirkus eingeleitet. Den Schaustellern ist die Ablehnung schon vor einem Monat mitgeteilt worden.

Vorläufig muss Zirkuschef André Kaiser München von seiner Tournee-Liste streichen – es sei denn, er findet einen privaten Grundbesitzer, der ihn auf sein Gelände lässt.

Frühestens zum Jahresende 2017 könnte Kaiser wieder bei der Stadt vorstellig werden. Hebt die Verwaltung dann den Bann auf, könnte der Zirkus ab 2018 wieder auf städtischen Grünflächen gastieren. Doch ganz einfach ist das nicht: Für die notwendige Zuverlässigkeitsprüfung braucht der Zirkus schriftliche Bestätigungen von mindestens vier Kommunen, dass die Gastspiele ohne Beschwerden oder Schäden an den Grundstücken stattgefunden haben.

Moment, mal?! Exotischer Gast am Mittleren Ring

Carmen Ick-Dietl

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