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Tasche, schwarzes Käppi: So kam Claudia Effenberg (48) zum Justizpalast, wo der Prozess gegen sie verhandelt wurde.

Von Fitness-Unternehmen verklagt

Claudia Effenberg: Ihr schriller Auftritt vor Gericht

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Claudia Effenberg weiß, wie man für Aufmerksamkeit sorgt. Neuestes Beispiel: ihr Aufzug vor Gericht. Es geht um eine Klage eines Fitness-Unternehmens.

München - Da staunten die Wachmeister im Justizpalast am Dienstag nicht schlecht: Eine Blondine betrat um kurz vor neun Uhr morgens das Gerichtsgebäude, gefolgt von Anwälten, Fotografen und Kameraleuten. Unter dem Arm eine knallpinke Tasche, im Gesicht ein freches Grinsen, auf dem Kopf eine Käppi mit derbem Spruch: „Damn“ (zu deutsch etwa: So ein Mist!). Was für ein schriller Auftritt von Claudia Effenberg (48)!

Ein Fitness-Unternehmen mit Sitz in der Leopoldstraße hatte die Unternehmerin und Fußballer-Gattin verklagt. Die Forderung: 6552 Euro. Am 13. Juni 2016 hatte Claudia Effenberg dort einen Vertrag auf Probe abgeschlossen. Und wollte für 126 Euro pro Woche eine coole neue Methode ausprobieren: frieren, um abzunehmen. Drei Minuten im Eisschrank bei minus 150 Grad (!) sollten helfen, um ein paar Kilo zu verlieren. Fitness-Experten schwören auf diese Methode. Aber: „Ich habe die Behandlungen nicht vertragen“, sagt Effenberg. Deshalb wollte sie den Vertrag wieder kündigen. Und hier fingen die Probleme an…

„Ich hatte angerufen, und mir wurde gesagt, das sei so in Ordnung. Natürlich habe ich das geglaubt“, sagt die Dirndl-Designerin. Später schickte sie sogar noch ein Fax, weil eine Kündigung per E-Mail in den Geschäftsbedingungen nicht akzeptiert wird.

Vergleich befriedigt beide Parteien

Dennoch zweifelte das Fitness-Unternehmen ihre Kündigung an – und forderte den gesamten Jahresbeitrag. Weil Claudia Effenberg den nicht zahlen wollte, kam es Dienstag zum Prozess. Vor dem Landgericht wurde um die Wirksamkeit der Kündigung gestritten.

„Ich zahle meine Rechnungen“, stellte Effenberg klar. Mit ihr waren vertraglich zwei Wochen Probezeit vereinbart, die sie aus ihrer Sicht rechtzeitig widerrufen hatte – und zwar am Abend des 27. Juni. Die Schwabinger Fitness-Trainer hatten das bestritten – bei ihnen sei am Abend kein Fax eingegangen. Erst am nächsten Morgen hätten Mitarbeiter das Schreiben entdeckt – angeblich zu spät für die Kündigung.

Am Ende stand ein Vergleich mit dem Fitnesstudio.

Eiszeit vor Gericht! Am Ende gab es dann aber doch eine Lösung: Claudia Effenberg muss nur 907 Euro zahlen – also die Gebühr für die zwei Wochen plus zehn Prozent der eigentlichen Jahresvertragssumme. Diesem Vergleich stimmte das Unternehmen zu. Und Claudia Effenberg konnte lächelnd das Gericht verlassen.

A. Thieme

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