Unverständnis geäußert

Corona in München: Wie „Sardinen in der Büchse“ vor Biergarten - Hofbräukeller-Wirtin äußert Unverständnis

Eigentlich herrscht in München aktuell die Ausgangsbeschränkung. Daher dürfen die Biergärten nicht öffnen - trotzdem versammeln sich die Menschen davor. Die Hofbräukeller-Wirtin ärgert das.

München - Quietschvergnügt sitzen die Leute mit der Halben vom Getränkemarkt auf dem Wiener Platz – ganz so, als wüte nicht gerade das Coronavirus. Dieses Foto stammt vom Freitag, etwa halb sieben am Abend. Hofbräukeller-Wirtin Silja Schrank-Steinberg (47) hat es geschossen. 

Ihren Biergarten musste sie wegen Corona schließen, nur Kleinigkeiten bietet sie zum Mitnehmen an. Deshalb konnte sie kaum glauben, dass sich die Menschen direkt davor zum geselligen Stelldichein getroffen hatten: „Wie Sardinen in der Büchse“, ärgert sich Schrank-Steinberg. „Und ich darf nicht aufmachen!“

Dieses Foto stammt vom Freitag, etwa halb sieben am Abend.

Corona in München: Menschenansammlung vor Biergarten -

Sie habe Verständnis dafür, dass man momentan besonders vorsichtig sein müsse. „Aber das ist nicht fair“, klagt die Wirtin. Etwa 2000 Gäste fänden Platz in ihrem Biergarten. Unter Einhaltung des Sicherheitsabstands von eineinhalb Metern könnte sie etwa 500 Menschen bewirten, sagt sie. „Und das wäre nicht so gedrückt wie auf dem Wiener Platz. Aber wir werden gar nicht wirklich gefragt!“

Erst vergangene Woche hatte die tz berichtet, dass sich unter den Münchner Wirten die Wut breitmacht – sie verlieren durch die verordneten Schließungen Millionen. „Wenn man sieht, wie voll die Stadt derzeit ist – ob am Wiener Platz oder an der Isar – wundert es mich nicht, wenn da Wut aufkommt“, sagt Schrank-Steinberg. Zwar würden die Stimmen der Gastronomen in der politischen Debatte langsam lauter, eine Lösung ist aber nicht in Sicht. 

Lesen Sie dazu: Am Montag (18. Mai) eröffnen nach langer Corona-Pause die Biergärten in Bayern endlich ihre Pforten. Doch die Erleichterung der Wirte ist getrübt.

Seit Montag dürfen zudem wieder die Baumärkte in Bayern öffnen. In München spielten sich noch vor der Öffnung der Märkte irre Szenen ab. Zudem wird in diesem Jahr vermutlich die Wiesn nicht stattfinden

Die Wiesn ist abgesagt, die Corona-Krise dringt immer mehr in den Alltag ein. Florian Thomä, Schausteller auf der Wiesn hat eine düstere Prognose - bis weit nach dem Oktoberfest.

sev

Rubriklistenbild: © Privat

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