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CSU: Nordtunnel spart auch U 9 ein

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München - Der Streit um die geplante zweite S-Bahn-Stammstrecke und die mögliche Alternative eines Nordtunnels spitzt sich weiter zu. Stadtrat Kronawitter attackiert OB Ude: Zweite Stammstrecke wäre „Anachronismus". Die CSU unterstützt stattdessen einen Nordtunnel

Nachdem OB Christian Ude (SPD) der CSU vorgeworfen hatte, ihr Wunsch nach einer Prüfung des Nordtunnels vom Hauptbahnhof nach Schwabing sei „nicht hinnehmbar“, schießt nun die CSU zurück. „Es wäre ein Anachronismus, einen neuen Stammstreckentunnel mit Milliarden an Steuergeldern zu finanzieren, der nicht voll regional- und fernverkehrstauglich wäre“, schimpfte Stadtrat Georg Kronawitter. Im Gegensatz zur zweiten Stammstrecke sei der Nordtunnel auf einen Mischbetrieb ausgelegt. Wie berichtet, soll diese Variante über einen unterirdischen Halt am Hauptbahnhof zur Münchner Freiheit und über den Güter-Nordring zur Trasse der Flughafen-S 8 geführt werden.

Auf diese Weise „spart der Nordtunnel ja auch die geplante U 9 ein, für die die Stadt massiv in die leere Kasse greifen müsste“, erklärte Kronawitter. Auch sei mit dem Nordtunnel der Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn möglich, der beim Bau einer zweiten S-Bahn-Stammstrecke zugunsten eines „unattraktiven“ 15-Minuten-Taktes aufgegeben worden sei, weil sich der Bau extrem verteuert habe. Der Nordtunnel, so Kronawitter, sei eine Alternative zur zweiten Stammstrecke, führe aber nicht von West nach Ost, sondern vom Hauptbahnhof nach Norden.

Ude hatte der CSU wegen ihrer neuen Überlegungen vorgeworfen, „als orientierungslose Selbstfindungsgruppe weitere Zeit zu vertrödeln“. Der OB und die SPD setzen sich stattdessen für den Bau des zweiten S-Bahntunnels samt Flughafen-Anbindung auf der Osttrasse ein – im Gegensatz zu Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) jedoch mit einem Tunnel zwischen Zamdorf und Johanneskirchen. Nach Ude forderte nun auch die Rathaus-SPD, die Stadt solle dem Freistaat anbieten, sich hierfür an Vorplanungen zu beteiligen. Josef Schmid, Chef der Rathaus-CSU, mahnte, Ude müsse sich auch über eine Mitfinanzierung des Tunnels Gedanken machen, sollte es zu dieser Lösung kommen.

Matthias Kristlbauer

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