Ballonfahrt als Gutschein: Horst Seehofer (3. v. r.) inmitten der CSU-Politiker Otmar Bernhard, Guido Gast, Josef Schmid, Ludwig Spaenle und Mario Schmidbauer. Foto: Kurzendörfer

CSU-Spitze bekennt sich zu Josef Schmid als OB-Kandidat

München - Chef der Rathaus-CSU soll 2014 wieder in den Ring steigen. Parteivorsitzender Horst Seehofer nennt ihn „einen charakterlich einwandfreien" Mensch.

Von der Münchner CSU ist bekannt, dass sie ihre OB-Kandidaten mitunter recht kurzfristig austauscht. Selbst wenn der Bewerber noch kurz zuvor als der „geborene Kandidat“ galt. Und schließlich sind es bis zur nächsten OB-Wahl 2014 noch drei Jahre hin. Momentan jedenfalls heißt der Bewerber für das Amt des OB Josef Schmid. Und dass das so bleiben werde, beteuerten die Christsozialen beim Fischessen der Schwabinger CSU im Hofbräuhaus demonstrativ - Parteichef Horst Seehofer inklusive.

2014 ist das Jahr, in dem ein Nachfolger für OB Christian Ude gefunden werden muss. Denn der SPD-Politiker darf dann altershalber nicht mehr antreten. Die CSU rechnet sich deshalb durchaus Chancen aus, nach der kurzen Kiesl-Ära von 1978 bis 1984 wieder einmal den Oberbürgermeister der Stadt zu stellen. „Josef - du sollst wissen, dass du unsere volle Unterstützung haben wirst“, betonte Parteichef Seehofer am Freitgabend in Richtung Vorsitzenden der Rathaus-CSU, Josef Schmid. Der sei nämlich ein „charakterlich einwandfreier Mensch“ und „nie an einer Intrige beteiligt“ gewesen. Ein Umstand, der für Seehofer, den Meister der vergifteten Ironie, bei der einst als Intrigantenstadl verschrienen Münchner CSU als durchaus bemerkenswert gilt.

Erst vor wenigen Wochen hatte die Münchner CSU angekündigt, ihre Personalien neu zu ordnen. Parteichef Otmar Bernhard will sich zurückziehen und seinem Vize, Kultusminister Ludwig Spaenle, den Laden überlassen. Trotz magerer 24,4 Prozent bei der OB-Wahl 2008 soll Josef Schmid 2014 nochmals antreten dürfen. Trotzdem halten sich - auch bei der SPD - die Gerüchte, Spaenle selbst könnte Lust verspüren, als OB zu kandidieren. Was schon deshalb nicht sehr wahrscheinlich ist, weil Spaenle dann auf eine Kandidatur für den Landtag verzichten müsste. Schließlich liegen die zwei Wahlen zeitlich nur etwa ein halbes Jahr auseinander, und eine Doppelkandidatur wäre dem Münchner Wähler wohl kaum zu vermitteln.

„Josef Schmid ist unser unangefochtener OB-Kandidat und Hoffnungsträger“, erklärte Bezirkschef Bernhard im vollen Festsaal des Hofbräuhauses. Dass es bei der SPD noch immer ein „Schattenboxen“ um die OB-Kandidatur gebe, sei ein Zeichen von Führungslosigkeit. „Sonst müsste man ein solches Theater nicht veranstalten“, ätzte Bernhard. Zudem sei es an der Zeit, den „rot-grünen Filz“ zu lüften.

Seehofer nutzte das Fischessen, um seine Ausführungen vom Politischen Aschermittwoch in Teilen noch einmal zum Besten zu geben. Der CSU-Chef wiederholte seine Forderung, das Thema Integration in der Verfassung zu verankern. Solidarisch gab er sich gegenüber dem zurückgetretenen Verteidigungsminister zu Guttenberg. „Wir werden alles unternehmen, dass er die zweite Chance bekommt.“ Wann, das ließ Seehofer offen. Für den Chef der Rathaus-CSU, Josef Schmid, steht der Termin für die zweite Chance hingegen längst: Frühjahr 2014.

Matthias Kristlbauer

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