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Die Veränderung beim Krankenstand: Die blauen Balken zeigen das Jahr 2014, die roten 2015.

DAK-Gesundheitsreport

Die gute Nachricht des Tages: Münchner sind besonders gesund

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München - Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Doch fest steht: Die Münchner gehören zu den gesündesten Menschen in Bayern. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Krankenkasse DAK hervor.

Von 1000 Münchner Arbeitnehmern waren 2015 täglich 29 krankgeschrieben – ein Spitzenwert im Vergleich zum restlichen Bayern. Dort waren es zum Teil deutlich mehr. Etwa in Schweinfurt und Umgebung, wo 46 von 1000 Arbeitnehmern krank waren. Getoppt wird die Münchner Quote von 2,9 Prozent lediglich vom Landkreis München (2,8 %) und Starnberg (2,7 %). Im Jahr zuvor waren es in München noch 2,8 Prozent. In ganz Bayern liegt der Schnitt bei 3,5 Prozent, bundesweit bei 4,1 Prozent.

Die Zahlen stammen aus dem aktuellen Gesundheitsreport der DAK, einer der größten Krankenkassen Deutschlands mit rund 800.000 Versicherten in Bayern, etwa 100.000 in München. Ausgewertet wurden die Fehlzeiten der Erwerbstätigen, zudem wurde ein Teil von ihnen zu bestimmten Themen befragt.

Häufigste Ursache, warum sich Menschen krank meldeten, sind Atemwegserkrankungen. Die Grippewelle im Jahr 2015 erklärt auch den Anstieg der Fehltage von 169 (2014) auf 199 – befragt worden waren 100 Versicherte. Psychische Leiden wie Depressionen oder Angstzustände waren die zweithäufigste Ausfallursache. Auf Platz drei liegen Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen, deren Anteil am Krankenstand im Jahresvergleich um vier Prozent zulegte. Die weiteren Ausfall-Ursachen: Verletzungen (11,7 %), Tumor- und Krebserkrankungen (5,7 %), Infektionen (4,8 %), Beschwerden im Verdauungssystem (4,6 %), Nervensystem (4,3 %) und Kreislaufsystem (2,9 %).

Was die DAK-Statistik noch verrät: Jeder zweite Münchner ist mindestens einmal pro Jahr krank. Die andere Hälfte gar nicht. Den größten Anteil an den Krankentagen verbuchen diejenigen, die länger als 43 Tage in der Arbeit fehlen. Sie machen nur 3,3 Prozent aller Erkrankungsfälle in der Stadt aus, verursachen aber 41,2 Prozent der gesamten gezählten Fehltage.

Einen deutlichen Unterschied gibt es bei Männern und Frauen: So lag der Krankenstand der Münchnerinnen um 29 Prozent höher als bei den Männern der Stadt. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass Frauen anders mit Krankheit umgehen als Männer. Die gingen im Schnitt vier Mal pro Jahr zum Arzt, Frauen hingegen fast sieben Mal, auch weil sie die Vorsorge ernster nehmen als die Männer.

Während die Männer besonders oft Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben (jährlich 37,9 Fehltage pro 100 Versicherte, die Frauen 23,3 Fehltage), sind bei den Frauen psychische Erkrankungen für jährlich 240,7 Fehltage verantwortlich (Männer: 153,3 Fehltage).

Auch zum Phänomen Präsentismus wurden die Versicherten befragt. Das bedeutet: Ob sie zur Arbeit gegangen sind, obwohl sie eigentlich krank waren. Das bejahten 65 Prozent der Frauen und 60 Prozent der Männer, meist mit der Begründung, dass man die Kollegen nicht hängen lassen wolle. Interessant: Jede dritte Frau gab an, sich manchmal in der Not selbst krank zu melden, wenn das Kind krank sei. Von den Männern sagten das nur zehn Prozent.

Die Ergebnisse präsentierte die DAK in den Räumen des Abfallwirtschaftsbetriebs München. Nicht grundlos: Der Betrieb wurde von der DAK erst vor kurzem für sein betriebliches Gesundheitsmanagement ausgezeichnet, das sich mit dem speziellen „Forum Frauenpower“ speziell auch um die Belange der weiblichen Mitarbeiter kümmert. Zudem gibt es zahlreiche Angebote für alle Mitarbeiter wie etwa eine externe Beratung, bei der Mitarbeiter bei Problemen rund um die Uhr Hilfe bekommen.

Video: Warum sich erkältete Leute Zwiebeln in die Socken stecken

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