Die Zwergerl-Bühnen-Macher: Georgia Maier und Christian Kreß inszenieren „Das tapfere Schneiderlein“. Oli Bodmer

Damit aus "Tschüss" wieder "Pfiadi" wird

München - Sie kämpft mit den Mitteln des Theaters und will auch Kindern die bairische Mundart wieder schmackhaft machen. In den Räumen der "Iberl-Bühne" hat Georgie Maier jetzt die "Zwergerl-Bühne" gegründet.

Das Bairisch der Münchner Kinder lässt stark zu wünschen übrig. „Tschüss“ heißt es statt „Pfiadi“, „cool“ statt „pfundig“ und in der Pause gibt es Brötchen statt „Semme“. Doch jetzt ist eine angetreten, das zu ändern: Georgia Maier, Tochter des Sollner Iberl-Bühnen-Chef Georg Maier. Sie hat die „Zwergerl-Bühne“ gegründet – nach ihrer Aussage Münchens erstes bairisches Theater für Kinder.

„Bei unseren Nachmittagsvorstellungen sind oft Kinder dabei, die dann mit offenem Mund ganz vorne an der Bühne sitzen und andächtig zuhören“, sagt sie. Eines morgens unter der Dusche kam ihr dann plötzlich die Idee: Wieso nicht den Kindern ein eigenes Theater anbieten? „Ich habe einige Schauspieler aus dem Ensemble der Iberl-Bühne angesprochen, und alle waren sofort begeistert.“

Gemeinsam mit Martin Kreß, der seit 1993 regelmäßig auf der Iberl-Bühne an der Wilhelm-Leibl-Straße 22 steht, wagte sie sich an ihr erstes Stück – Kreß schrieb das Buch, sie führt Regie. Am 18. April, 14 Uhr, feiert „Das Tapfere Schneiderlein“ – frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm, für Kinder ab vier Jahren – Premiere.

Die jungen Theaterbesucher werden vom Schneiderlein „Simmerl“ seiner geliebten Prinzessin „Reserl“, Diener „Ferdl“ und König „Ludwig“ immer wieder direkt ins Geschehen miteinbezogen. Da die Bühne klein ist, wird ab und zu auch mal direkt im Saal gespielt und vom Riesen Balthasar sieht man nur die großen Füße.

Das Schneiderlein ist eindeutig ein bayerisches, hält die Fliegen für „lästige Viecher“ und fragt ins Publikum „wia schaugt’s aus?“. Doch ganz so deftig wie man die Stücke des Vaters kennt, geht es bei Georgia Maier nicht zu. „Die Kinder sollen schon verstehen, worum es geht.“ Schließlich will sie das Nachwuchs-Publikum für die Mundart begeistern und nicht abschrecken.

Geplant sind Vorstellungen jeweils für Freitag- und Sonntagnachmittag, jeweils um 14 Uhr. Für Kindergarten- oder Schulgruppen will Georgia Maier den Mittwochvormittag freihalten. Auch bei Kindergeburtstagen könnte die Zwergerl-Bühne bayerische Kultur und Kinderwünsche zusammenbringen. Neun Euro kostet der Eintritt für Kinder zwischen vier und zwölf Jahren, Erwachsene zahlen zwölf Euro.

Wann es das nächste Stück geben wird, ist noch unklar. Im September kommt erst einmal Georgia Maiers zweites Kind zur Welt. „Doch es geht auf alle Fälle weiter“, sagt sie.

Doris Richter

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