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Kämmerer Ernst Wolowicz spricht von einer erfreulichen Tendenz.

Vorläufige Haushaltsbilanz 2016

Doch kein Minus: Stadt reduziert ihre Schulden

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München - Die Stadt schreibt im Haushaltsjahr 2016 schwarze Zahlen. Diese Einschätzung wagte Kämmerer Ernst Wolowicz. Im September war die Stadt noch von einem Minus von 400 Millionen Euro ausgegangen.

Der Kassensturz ist zwar vorläufig, und der Stadtrat weiß angesichts der Weihnachtspause noch gar nichts vom aktuellen Zahlenmaterial. Doch selbst wenn bei der Endabrechnung die ein oder andere Korrektur vorgenommen werden müsse, wie Kämmerer Ernst Wolowicz (SPD) am Mittwoch bei einem Pressegespräch sagte, dürfte sich an der „erfreulichen Grundtendenz“ kaum etwas ändern. Wolowicz bezifferte das voraussichtliche Plus auf etwa 20 bis 50 Millionen Euro. Sein Resümee: „2016 hat ein gutes Ende genommen.“

Ein wesentlicher Grund für das verbesserte Gesamtergebnis ist nach Bekunden des städtischen Finanzchefs ein unerwarteter Geldsegen bei den Gewerbesteuereinnahmen. „Wir hatten eine wunderbare Woche im Dezember“, so Wolowicz. Binnen kurzer Zeit flossen 150 Millionen Euro Gewerbesteuer von drei Privatunternehmen in die Stadtkasse. So etwas sei nicht planbar, sagte der Kämmerer. Insgesamt erhielt die Stadt 2016 Gewerbesteuerzahlungen in Höhe von 2,536 Milliarden Euro. Das positive Ergebnis ist laut Wolowicz auch davon beeinflusst, dass die Stadt ihre freiwilligen Finanzreserven um 108 Millionen Euro reduziert hat.

Während die Einnahmen beim Verwaltungshaushalt mit etwa 6,44 Milliarden Euro annähernd so ausfielen wie im Plan, musste die Stadt bei den Ausgaben knapp 300 Millionen Euro weniger abrufen als die vorgesehenen 6,1 Milliarden Euro. Allerdings wird der Großteil dieses Geldes dann laut Wolowicz im Januar und Februar ausgegeben werden müssen. Derart große Schwankungen gegenüber dem Plan sind nach den Worten des Kämmerers nichts Außergewöhnliches – in Anbetracht von 4,1 Millionen Buchungen, die die Stadt pro Jahr vornimmt. Noch nicht endgültig ist auch die Abrechnung bei der investiven Geschäftstätigkeit der Stadt.

Ihre Schulden konnte die Stadt einmal mehr reduzieren. Von 905 Millionen Euro (Ende 2014) über 815 Millionen (Ende 2015) auf nun 765 Millionen Euro – der niedrigste Schuldenstand seit 1983. Das höchste Defizit datiert aus dem Jahr 2005. Damals lag der Schuldenstand bei 3,41 Milliarden Euro. Die derzeitige Pro-Kopf-Verschuldung der Münchner liegt unter 500 Euro je Einwohner – ein Spitzenwert unter deutschen Großstädten.

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